1979 adoptierte sie neun ungewollte schwarze Mädchen – was aus ihnen 46 Jahre später geworden ist, wird Sie verblüffen…
Im Jahr 1979 teilte sich Richard Millers Leben in ein „vorher” und ein „nachher”. Der Weggang seiner Frau Anna kam plötzlich und hinterließ eine ohrenbetäubende Stille im Haus. Die Zimmer, in denen sie einst die Namen ihrer zukünftigen Kinder besprochen und über die Farbe der Vorhänge gestritten hatten, wirkten nun zu groß und leer. Freunde rieten ihm, neu anzufangen, aber Richard war dazu nicht bereit. Immer wieder kehrte er in Gedanken zu Annas letzten Worten zurück, die sie leise, fast flüsternd gesagt hatte:
„Lass die Liebe nicht mit mir verschwinden. Finde ein neues Zuhause für sie.“
Diese Worte wurden für ihn zu einem Anker. Er arbeitete weiter, kehrte abends in das leere Haus zurück, reparierte alte Dinge, als hoffe er, auf diese Weise die Vergangenheit festhalten zu können. Aber eines Tages im Herbst, an einem regnerischen Abend, schien ihn das Schicksal dazu zu bewegen, einen Schritt nach vorne zu machen. Nachdem er sich aufgrund einer gesperrten Straße verfahren hatte, stand Richard vor einem alten Gebäude mit der Aufschrift „St. Mary’s Shelter”.

Er hatte nicht vor, hineinzugehen. Aber lautes Kinderweinen, das aus dem Inneren drang, ließ ihn innehalten. Im Inneren empfingen ihn die müden Gesichter der Mitarbeiter und eine seltsame Stille, in der nur ein Chor dünner Stimmen zu hören war. In einem Raum standen neun Wiegen in einer Reihe. Neun neugeborene Mädchen, die zusammen zurückgelassen worden waren, ohne Erklärung und ohne Hoffnung auf eine baldige Adoption.
Der Sozialarbeiter erklärte, dass es fast unmöglich sei, sie unterzubringen: zu viele, zu kompliziert, zu teuer. Höchstwahrscheinlich würden sie getrennt und in verschiedene Einrichtungen geschickt werden. Richard hörte zu und spürte, wie sich etwas in ihm zusammenzog. Er beugte sich zu einer der Wiegen, dann zu einer anderen – und plötzlich wurde ihm klar, dass er nicht gehen konnte.
„Ich nehme sie alle“, sagte er und erkannte seine eigene Stimme kaum wieder. „Jedes einzelne.“
Die Worte hingen in der Luft. Einige schüttelten den Kopf, andere seufzten. Man fragte ihn nach Geld, nach Hilfe, ob er sich bewusst sei, worauf er sich einlasse. Richard verstand nur eines: Wenn er jetzt ging, würde er nicht nur diese Kinder, sondern auch Anna im Stich lassen.

Es begannen schwierige Jahre. Er verkaufte sein Auto, zog in ein bescheideneres Haus und arbeitete Überstunden. Nachts fütterte er sie, wiegte sie in den Schlaf, lernte, kleine Zöpfe zu flechten, und verbrannte sich bei seinen ersten Versuchen, Babynahrung zuzubereiten. Das Haus füllte sich wieder mit Geräuschen – Weinen, Lachen, ersten Worten. Jedes Mädchen war etwas Besonderes.
Sarahs Lachen war so ansteckend, dass selbst die schwersten Tage leichter wurden.
Naomi zeichnete sich von klein auf durch ihre Schelmerei und ihren Scharfsinn aus.
Leah war ruhig und erstaunlich einfühlsam, als könne sie die Stimmungen anderer spüren.
Die anderen Mädchen – so unterschiedlich, aber gleichermaßen geliebt – wurden nach und nach zu einer engen Familie.
Die Nachbarn tuschelten zunächst, dann begannen sie zu helfen. Einige brachten Kleidung, andere passten auf die Kinder auf. Die Schule wurde zu einer neuen Herausforderung, aber die Mädchen wuchsen selbstbewusst auf, da sie wussten, dass sie zu Hause immer willkommen waren. Richard erzählte ihnen von Anna – nicht mit Traurigkeit, sondern mit Wärme, als wäre sie Teil ihres Lebens.
Die Jahre vergingen. Die Mädchen schlossen die Schule ab und wählten ihren Weg. Eine wurde Lehrerin, eine andere Krankenschwester, eine dritte Sozialarbeiterin. Einige gründeten eine Familie, andere widmeten sich der Hilfe für andere Kinder. Aber alle kehrten regelmäßig in das Haus zurück, in dem ihre Geschichte begonnen hatte.

Im Jahr 2025, an einem lauen Sommerabend, saß Richard an einem großen Tisch, umgeben von Gelächter und Gesprächen. Um ihn herum saßen neun erwachsene Frauen, seine Töchter und ihre Kinder. An der Wand hing ein mit Blumen geschmücktes Foto von Anna. Richard hob sein Glas und sagte unter Tränen:
„Ich habe einmal daran gezweifelt, ob ich das schaffen würde. Aber ihr wart die beste Entscheidung meines Lebens.“
Sarah umarmte ihn, Naomi zwinkerte ihm zu, Leah nahm leise seine Hand. In diesem Moment wurde Richard klar: Die Liebe hatte wirklich ein neues Zuhause gefunden. Und es war voll.