„Ich suche eine Ehefrau, aber ohne zusammenzuziehen: Mein Haus soll sauber sein, das Essen auf dem Tisch stehen, und wohnen soll sie bitte weiterhin bei sich“

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„Ich suche eine Ehefrau, aber ohne zusammenzuziehen: Mein Haus soll sauber sein, das Essen auf dem Tisch stehen, und wohnen soll sie bitte weiterhin bei sich“

„Ich rede von einer richtigen Ehe, nicht von irgendeiner unverbindlichen Wohn-Gemeinschaft!“ — diesen Satz sage ich inzwischen fast bei jedem Kennenlernen.

„Sie kann doch in ihrer eigenen Wohnung bleiben, aber bei mir zu Hause sollte trotzdem Ordnung herrschen. Was soll daran bitte so abwegig sein?“ Ganz ehrlich: Ich verstehe die Aufregung nicht.

„Und was hätte ich davon?“ Meistens ist genau nach dieser Frage alles vorbei.

Ich bin 51 Jahre alt. Mein Name ist Klaus Schneider. Ich bin geschieden, mein erwachsener Sohn lebt längst sein eigenes Leben, und ich besitze ein Haus am Stadtrand — zwei Etagen, ein kleiner Garten, eine Garage. Ich komme gut zurecht. Ich arbeite, stehe finanziell ordentlich da, habe keine schlechten Angewohnheiten und bin, nebenbei gesagt, durchaus bereit, noch einmal offiziell zu heiraten. Mit Standesamt, Ringen, Unterschriften und allem, was dazugehört. Nur eine Bedingung habe ich, und die erscheint mir vollkommen vernünftig: zusammenziehen werden wir nicht.

Für mich ist das eine erwachsene, moderne Art von Beziehung. Ich habe meinen Tagesablauf, meine Gewohnheiten, meinen eigenen Raum. Ich brauche keine Frau, die ständig durch mein Haus läuft, meine Sachen anders hinlegt, Möbel verrückt und immer wieder diese endlosen Gespräche über „uns“ anfängt. Ich möchte, dass meine Frau weiterhin in ihrer eigenen Wohnung lebt.

Trotzdem sollte sie natürlich die Rolle einer Ehefrau erfüllen: ein paarmal pro Woche vorbeikommen, etwas Ordentliches kochen, für Sauberkeit sorgen und ab und zu über Nacht bleiben. Eine gemeinsame Nacht in der Woche reicht völlig aus. Ruhig, vernünftig, erwachsen — ohne den täglichen Kleinkram, ohne Druck und ohne dieses ständige Aneinanderkleben.

Ich sage das meistens sehr früh, weil ich weder meine noch ihre Zeit verschwenden will. Neulich zum Beispiel hatte ich ein Treffen mit Sabine. 46 Jahre alt, Buchhalterin, gepflegt, ruhig, überlegt. Wir saßen in einem Café, tranken Cappuccino, das Gespräch lief angenehm. Also erklärte ich ihr offen:

„Hör zu, ich meine es ernst. Ich möchte eine richtige Ehefrau. Aber wir wohnen getrennt. Du bei dir, ich bei mir. So gibt es weniger Alltagstrott und weniger Streit.“

Sie nickte und hörte zu. Ich redete weiter:

„Mir ist wichtig, dass mein Zuhause sauber ist und dass etwas Warmes gekocht wird. Ich arbeite viel. Eine Frau bringt doch Gemütlichkeit in ein Haus. Du würdest also vorbeikommen, kochen, ein bisschen aufräumen. Und eine Nacht pro Woche bleiben wir zusammen, damit die Beziehung nicht bloß auf dem Papier existiert.“

Sie sah mich an, als hätte ich ihr gerade eine Stelle als Haushaltshilfe mit romantischem Freitagsdienst angeboten.

„Und was genau bekomme ich dafür?“ fragte sie ruhig.

Ich war tatsächlich einen Moment sprachlos. Was sollte sie dafür bekommen? Eine Ehe! Einen Status! Einen verlässlichen Mann an ihrer Seite!

„Wie meinst du das? Du wärst verheiratet. Mit einem stabilen, gut situierten Mann. Ganz offiziell.“

Da lächelte sie schmal.

„Klaus, ich habe bereits eine eigene Wohnung. Für mich koche ich selbst. Bei mir putze ich auch selbst. Warum sollte ich zusätzlich noch kostenlos dein Haus versorgen?“

Kostenlos. Ausgerechnet dieses Wort traf mich besonders hart. Ich bin doch nicht irgendein zufälliger Kerl von der Straße. Ich wäre ihr Mann gewesen. Ihr rechtmäßiger Ehemann.

Wir haben uns danach nicht noch einmal gesehen.

Die zweite Begegnung war sogar noch deutlicher. Martina, 49, geschieden, eine erwachsene Tochter. Wir trafen uns in einem Restaurant. Alles verlief ganz normal, bis das Gespräch auf die Zukunft kam.

„Ich habe nichts gegen Ehe“, sagte ich. „Aber ich bin für eine vernünftige Form. Du wohnst bei dir. Zu mir kommst du zwei- oder dreimal in der Woche. Du kochst, machst Ordnung. Ich wiederum sorge für Sicherheit, bezahle gemeinsame Kurzurlaube, mache Geschenke — eben alles, wie es sich gehört.“

Zuerst dachte sie, ich mache einen Witz. Dann begriff sie, dass ich es ernst meinte. Und sie lachte — laut, frei heraus, ohne jede Verlegenheit.

„Also suchst du eine Ehefrau auf Abruf?“ fragte sie und lächelte dabei.

„Was heißt denn auf Abruf? Das sind normale Aufgaben einer Frau.“

„Aufgaben? Klaus, und worin bestehen deine Aufgaben? Einmal pro Woche bei ihr schlafen und ihr gnädig erlauben, dir Kartoffelsuppe zu kochen?“

Ich merkte, wie in mir Ärger hochstieg.

„Eine Frau sollte verheiratet sein. Das ist normal. In unserem Alter allein zu leben ist, entschuldige bitte, doch irgendwie merkwürdig.“

In diesem Moment hörte sie auf zu lachen.

„Klaus, wir haben 2026. Eine Ehe ist schon lange keine soziale Absicherung mehr. Wenn mein Leben ohnehin gut funktioniert, warum sollte ich es umstellen, nur damit deines bequemer wird?“

Und das war es. Danach blieb der Chat still.

So läuft es jedes Mal. Sobald ich ehrlich sage, wie ich mir das vorstelle, verliert das Gespräch schnell jede Wärme. Manche Frauen schreiben höflich: „Das ist nicht mein Modell.“ Andere sagen es direkter: „Das lohnt sich für mich nicht.“ Genau das: lohnen. Offenbar wird heute sogar eine Ehe wie ein Geschäftsvertrag betrachtet.

Ich verstehe wirklich nicht, wann Frauen aufgehört haben, heiraten zu wollen. Früher war eine Ehe ein Status, ein Schutz, etwas, worauf man stolz sein konnte. Heute kann eine Frau 45 oder 50 sein, geschieden, alleinlebend — und trotzdem wählt sie aus. Trotzdem fragt sie, was sie im Gegenzug bekommt. Als säße ich in einem Bewerbungsgespräch.

Dabei verlange ich doch nichts Unmögliches. Ich erwarte nicht, dass eine Frau rund um die Uhr mit mir unter einem Dach lebt. Ich verbiete ihr nicht zu arbeiten, Freundinnen zu treffen, ein eigenes Leben und ihren eigenen Freiraum zu haben. Im Gegenteil: Sie soll bei sich wohnen, ihre Ruhe genießen, ihre Freiheit behalten. Sie soll nur im eigentlichen Sinne Ehefrau sein: mich unterstützen, kochen, Wärme in mein Zuhause bringen. Ist das wirklich zu viel?

Doch jedes Mal sehe ich dieselbe Reaktion: Frauen wollen Partnerschaft, keine Pflichten. Sie fragen nach Gegenseitigkeit, nach geteilter Hausarbeit, nach emotionaler Nähe. Und ich begreife nicht, seit wann all das plötzlich zur Grundbedingung geworden ist.

Manchmal schleicht sich ein Gedanke in meinen Kopf: Vielleicht liegt es gar nicht daran, dass sie keine Ehe wollen. Vielleicht wollen sie nur keine Ehe, in der man von ihnen eine Funktion erwartet und nicht den Menschen sieht, der sie sind. Aber diesen Gedanken schiebe ich schnell wieder weg. Denn wenn ich ernsthaft darüber nachdächte, müsste ich mir eingestehen, dass die Welt sich längst verändert hat — und ich immer noch versuche, nach alten Regeln zu leben.

Trotzdem bin ich überzeugt: Irgendwo gibt es eine Frau, die Stabilität, klare Absprachen und ein Leben ohne unnötiges Durcheinander zu schätzen weiß. Die einzige Frage ist, ob sie bereit wäre, das Ehe zu nennen — und nicht einfach einen bequemen Wochenplan für Haushaltsdienste.