Als ich im Schreibtisch meines Mannes nach unserem Hochzeitsalbum suchte, fand ich einen USB-Stick mit der Aufschrift „Sieh es dir allein an“ – und nach dem ersten Video saß ich zitternd vor dem Bildschirm

Выкл. Автор ChatGpt
Als ich im Schreibtisch meines Mannes nach unserem Hochzeitsalbum suchte, fand ich einen USB-Stick mit der Aufschrift „Sieh es dir allein an“ – und nach dem ersten Video saß ich zitternd vor dem Bildschirm

Plötzlich schien alles zusammenzupassen. Die Überstunden, die er angeblich im Büro verbrachte. Die zugeschlagene Schublade. Das Foto, das er im vergangenen Winter so schnell vor mir verborgen hatte.

Ich saß wie versteinert da.

Meine Hände zitterten so heftig, dass ich den Mauszeiger kaum auf die Datei VIDEO 2 bewegen konnte.

Ich konnte nicht begreifen, was ich gerade gesehen hatte.

Der Zeiger blieb über dem zweiten Video stehen.

Aber ich brachte es nicht fertig, zu klicken.

Ich konnte einfach nicht.

Ich wusste nicht, ob ich bereit war zu erfahren, was sich dahinter verbarg.

Vielleicht saß ich minutenlang so da, vielleicht eine Ewigkeit. Ich starrte nur auf das kleine Videosymbol.

Dann hörte ich es.

Das leise Klicken der Haustür.

Schlüssel fielen in die Schale im Flur.

Vertraute Schritte näherten sich.

Daniel war viel früher nach Hause gekommen.

Ich schaffte es nicht mehr, das nächste Video zu starten.

Hastig griff ich nach dem Deckel des Laptops, doch meine Finger gehorchten mir nicht. Bevor ich ihn schließen konnte, stand Daniel im Durchgang zum Wohnzimmer.

Sein Blick fiel sofort auf meine Hand.

Auf den USB-Stick, den ich noch immer fest umklammert hielt.

Innerhalb einer Sekunde wich jede Farbe aus seinem Gesicht.

Für einen Moment glaubte ich, er würde ohnmächtig werden.

Seine Aktentasche glitt ihm aus der Hand und schlug dumpf auf dem Boden auf.

Ein eisiger Schauer lief mir durch den ganzen Körper.

Instinktiv griff ich erneut nach dem Laptop.

„Daniel …“, sagte ich, doch meine Stimme brach.

„Wer ist Katharina?“

Er antwortete nicht.

Er verteidigte sich nicht.

Er begann nicht zu lügen.

Er bewegte sich nicht einmal.

Dann gaben seine Knie nach.

Langsam sank er auf die Fliesen und starrte den USB-Stick an, als hielte ich etwas Lebendiges in der Hand.

„Du solltest ihn noch nicht finden“, flüsterte er kaum hörbar.

Seine Beine trugen ihn überhaupt nicht mehr.

„Wer ist sie?“, hörte ich mich fragen. Meine Stimme klang hart und fremd.

Daniel kniete weiter in der Nähe der Tür.

Seine Schultern bebten, doch er hob den Blick nicht zu mir.

„Bitte … setz dich“, sagte er leise. „Lass mich alles erklären. Ganz von vorn.“

„Von vorn?“ Ich lachte auf, und dieses Lachen erschreckte sogar mich selbst. „Vier Jahre, Daniel. Vier Jahre lang habe ich geglaubt, dass es zwischen uns keine Geheimnisse gibt.“

„Es gab … es gibt … Bitte, setz dich einfach.“

„Wer ist Katharina?“

Mein Blick fiel auf den Stick in meiner Faust.

Das Licht der Lampe spiegelte sich in meinem Ehering.

Plötzlich konnte ich ihn nicht mehr ansehen.

„Wie lange geht das schon?“

„Es ist nicht so, wie du denkst.“

„Dann sag mir endlich, wie es ist!“

Daniel versuchte mehrmals zu sprechen.

Zweimal öffnete er den Mund.

Jedes Mal brach seine Stimme, bevor er auch nur einen vollständigen Satz hervorbringen konnte.

„Es ist nicht so, wie du denkst …“

Schließlich brachte er hervor:

„Ich habe diese Videos für dich aufgenommen. Für den Fall, dass ich es niemals schaffe, dir alles persönlich zu erzählen. Ich wollte sie dir nächsten Monat geben … nach unserem Hochzeitstag. Mir hat nur noch immer der Mut gefehlt.“

Ich konnte keine weitere Sekunde in diesem Zimmer bleiben.

„Ich fahre zu Lena“, sagte ich kalt. „Ruf mich nicht an. Und komm mir auf keinen Fall hinterher.“

„Bitte … sieh dir die anderen Videos an, bevor du eine Entscheidung triffst.“

„Ich habe schon mehr als genug gesehen.“

„Ich habe es einfach noch nicht geschafft, den Mut dafür aufzubringen.“

Im Flur zog ich eine Reisetasche aus dem Schrank und warf gedankenlos alles hinein, was ich zu fassen bekam. Kleidung, Kosmetik, Ladegerät … Ich sah nicht einmal hin, was ich einpackte.

Daniel hielt mich nicht auf.

Er blieb auf dem Boden sitzen, den Kopf gesenkt, den Blick auf den Teppich geheftet, als wäre dieses Stück Stoff das Einzige, was ihn noch zusammenhielt.

Als meine Schwester Lena die Tür öffnete, genügte ihr ein Blick in mein Gesicht.

Sie stellte keine einzige Frage.

Sie nahm mich sofort in die Arme und führte mich hinein.

Daniel hatte nicht einmal versucht, mich zurückzuhalten.

„Du redest, wenn du dazu bereit bist“, sagte Lena leise und legte mir eine warme Decke um die Schultern.

In jener Nacht öffnete ich im Gästezimmer meiner Schwester VIDEO 2.

Auf dem Bildschirm war Daniel zu sehen.

Er saß auf einem Krankenhausflur neben einem Krankenbett.

In seiner Hand hielt er die Finger einer jungen Frau, die friedlich schlief.

Tränen liefen ihm über die Wangen.

Mit der anderen Hand strich er ihr vorsichtig über das Haar.

Ich hielt den Anblick nur wenige Augenblicke aus.

Dann klappte ich den Laptop so heftig zu, dass es durch das Zimmer hallte.

In dieser Nacht schlief ich überhaupt nicht.

Ich hatte VIDEO 2 gesehen.

Am nächsten Morgen schickte ich Daniel eine einzige Nachricht.

„Es ist vorbei. Nimm nie wieder Kontakt zu mir auf.“

Seine Antwort kam innerhalb einer Minute.

„Bitte … bevor du dich endgültig entscheidest, sieh dir noch das dritte und das vierte Video an. Mehr verlange ich nicht von dir, mein Schatz.“