Brooke Shields spricht offen über lebenslanges Body Shaming, Traumata und die Suche nach Selbstakzeptanz
Brooke Shields gilt weithin als eine der ikonischsten Schauspielerinnen und Models ihrer Generation und wird von Fans auf der ganzen Welt für ihre Schönheit und ihr Talent bewundert. Hinter diesem öffentlichen Image verbargen sich jedoch Jahre unfairer Kritik und tiefgreifender persönlicher Kämpfe, über die sie nun offen sprechen möchte.
Shields gehört zu den erfolgreichsten Supermodels der Geschichte und hat sowohl auf den Laufstegen als auch auf der Leinwand eine bemerkenswerte Karriere aufgebaut. Trotz ihrer Erfolge sah sich die 57-jährige Ikone anhaltender Kritik ausgesetzt, die oft ihr Selbstvertrauen untergrub. In jüngsten Rückblicken hat sie offen über ihre komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter Teri Shields gesprochen, die seit ihrer Kindheit auch als ihre Managerin fungierte.

Ihre Mutter, so verriet Shields, war auch ihre früheste und strengste Kritikerin. Sie erinnerte sich an Momente, in denen ihre Mutter unter Alkoholeinfluss verletzende Bemerkungen über ihren Körper machte, Kommentare, die ihr Selbstbild tiefgreifend beeinflussten. Die Erfahrungen mit Bodyshaming zu Hause verzerrten ihr Selbstbild und hinterließen Unsicherheiten, die jahrelang anhielten.
Teri Shields starb 2012 nach einem lebenslangen Kampf mit dem Alkoholismus, aber die emotionalen Auswirkungen ihrer Worte blieben Brooke noch lange nach ihrem Tod erhalten. Die Schauspielerin hat erzählt, dass es viele Jahre gedauert habe, bis sie beginnen konnte, den durch diese Erfahrungen verursachten Schaden zu reparieren.
Letztendlich war es ihr Ehemann seit 17 Jahren, der Drehbuchautor Chris Henchy, der ihr half, ihren Körper zu schätzen und ihre eigene Schönheit zu erkennen. Shields hat beschrieben, wie seine Zuneigung und Bewunderung eine Schlüsselrolle dabei spielten, ihr Selbstbild neu zu formen, sodass sie ihre Weiblichkeit auf eine Weise annehmen konnte, wie sie es zuvor nie ganz getan hatte.
Bevor sie Henchy heiratete, war Shields von 1997 bis 1999 mit Tennisstar Andre Agassi verheiratet. Sie kam als Teenager-Schauspielerin nach Hollywood, aber es war ihre unvergessliche Calvin-Klein-Jeans-Werbung aus dem Jahr 1980, fotografiert von Richard Avedon, die ihren Status als Kulturikone festigte.
Obwohl die Öffentlichkeit sie stets als schön empfand, erklärte Shields, dass sie während ihrer gesamten Karriere Kritik ausgesetzt war. Sie erinnerte sich daran, dass sie bereits mit 15 Jahren als Bademodenmodel arbeitete und immer noch glaubte, nicht den richtigen Körper dafür zu haben. Sie merkte an, dass sie oft eher als „Covergirl” denn als Supermodel bezeichnet wurde, hauptsächlich für ihr Gesicht gelobt wurde und als athletisch statt als Laufsteg-dünn galt – Botschaften, die ihr Selbstbild im Laufe der Zeit still, aber nachhaltig prägten.

Jahre später kehrte Shields zum Bademoden-Modeln zurück und arbeitete erneut mit Calvin Klein zusammen. Sie ging die Kampagne mit großer Hingabe an und verpflichtete sich zu Sport und Ernährungsumstellung, um sich sicher zu fühlen. Sie beschrieb sich zwar als in Topform, gab aber auch zu, dass diese Anstrengungen mit Opfern verbunden waren, darunter ständiger Hunger.
Ihre Geschichte zeigt, dass selbst jemand, der allgemein für seine Schönheit gefeiert wird, tief mit Unsicherheit zu kämpfen haben kann. Trotz der weit verbreiteten Bewunderung hinterließen Kritik von ihren Nächsten und aus der Branche bleibende emotionale Narben. Es war die beständige Unterstützung ihres Mannes, die ihr half, diese Überzeugungen zu überwinden und zu Selbstakzeptanz zu finden.
Vor kurzem sprach Shields auch öffentlich über eine sexuelle Nötigung, die sie vor mehr als drei Jahrzehnten erlebt hatte. In einem Interview mit People gab sie bekannt, dass sie kurz nach ihrem Abschluss an der Princeton University von einem Hollywood-Manager sexuell genötigt worden war. Damals gab sie sich selbst die Schuld und schwieg, aus Angst, man würde ihr nicht glauben und ihre Karriere wäre beendet.
Im Laufe der Zeit hat Shields Klarheit und Perspektive gewonnen. Sie hat erklärt, dass ihre heutige Wut ein tieferes Verständnis für die damit verbundene Angst und das Machtungleichgewicht widerspiegelt, und betont, dass solche Situationen nicht unbedingt mit körperlicher Gewalt einhergehen müssen, um traumatisch zu sein.
Dies ist das erste Mal, dass sie sich öffentlich als Überlebende sexueller Gewalt zu erkennen gibt – eine Entscheidung, die ihrer Aussage nach durch die mangelnde Glaubwürdigkeit und Unterstützung beeinflusst wurde, mit denen Opfer vor Jahrzehnten oft konfrontiert waren. Ihre Erfahrungen werden in der zweiteiligen Dokumentation Pretty Baby: Brooke Shields näher beleuchtet, in der sie über das Überleben persönlicher und beruflicher Traumata reflektiert.

Nach Princeton befand sich Shields nach eigenen Angaben am Tiefpunkt ihrer Karriere, als sie den Manager traf, in der Annahme, er würde ihr einen Job anbieten. Nach dem Abendessen lud er sie unter dem Vorwand, ihr ein Taxi zu rufen, in sein Hotelzimmer ein. Dort angekommen, verging er sich an ihr. Sie erinnert sich, dass sie während des Übergriffs wie erstarrt war und später von Schuldgefühlen überwältigt wurde, wobei sie ihre eigenen Handlungen in Frage stellte, anstatt die Schuld dort zu suchen, wo sie hingehörte.
Damals vertraute sie sich nur einer einzigen Person an – ihrem engen Freund und ehemaligen Sicherheitsberater Gavin de Becker. Heute hat sie sich entschieden, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen, in der Hoffnung, anderen zu helfen, sich weniger allein zu fühlen, und Frauen zu ermutigen, ihre Wahrheit zu ihrer eigenen Zeit zu sagen.

Brooke Shields‘ Weg ist geprägt von Widerstandsfähigkeit. Trotz anhaltender Kritik, Unsicherheit und Traumata hat sie sich beruflich und persönlich weiterentwickelt. Ihre Bereitschaft, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen, bietet sowohl Einblicke als auch Ermutigung und erinnert andere daran, dass Heilung möglich ist und dass das Überleben an sich schon eine große Leistung ist.