„Die Wohnung habe ich längst verkauft, und du verschwinde dahin, woher du gekommen bist!“ — schrie meine Tante durch die Tür, ohne zu ahnen, dass die „Käufer“ für sie ein noch schlimmeres Schicksal vorbereitet hatten
Der Schlüssel glitt ohne Widerstand ins Schloss, doch drehen ließ er sich nicht. Ich stemmte die Schulter gegen die Tür, zog am Griff. Verriegelt. Nicht nur abgeschlossen — von innen war zusätzlich der Riegel vorgeschoben. Ich trat einen Schritt zurück und starrte auf die abgeblätterte Zahl „37“. Meine Tür. Meine Wohnung. Selbst die Kerbe am Rahmen, die ich in der fünften Klasse mit dem Fahrrad hineingeschrammt hatte, war noch da. Nur das Zuhause selbst gehörte mir offenbar nicht mehr.
Ich drückte auf den Klingelknopf. Hinter der Tür schlurfte jemand heran, dann verdunkelte sich der Spion.
— Wer ist da? — Die Stimme klang heiser und misstrauisch.
— Tante Nina, ich bin’s. Vera. Mach auf.
Plötzlich wurde es still. Ich hörte nur, wie sie schwer atmete, dicht an das kalte Metall gepresst. Der Zug im Treppenhaus zupfte an dem Saum meiner billigen Windjacke, die man mir bei der Entlassung ausgehändigt hatte.
— Vera? — fragte sie nach, als hätte sie ein Gespenst vor sich. — Du… du solltest doch noch lange dort sein.
— Ich bin früher rausgekommen, — sagte ich so ruhig ich konnte, obwohl meine Zähne bereits unkontrolliert klapperten. — Vorzeitig entlassen, Tante Nina. Mach bitte auf, ich friere. Draußen sind minus zehn.
Das Schloss klickte. Doch statt sich zu öffnen, wurde es noch einmal herumgedreht.
— Ich mache nicht auf, — sagte sie fest.
— Was soll das heißen? — Ich presste die Stirn gegen die kalte Polsterung der Tür. — Ich kann nirgendwohin. Ich bin hier gemeldet. Das ist die Wohnung meiner Eltern.
— Hier ist nichts mehr deins! — Ihre Stimme überschlug sich. — Ich habe dich abgemeldet! Über das Gericht, als verschollen! Die Wohnung habe ich längst verkauft, und du geh dahin zurück, woher du gekommen bist!
— Tante Nina, bist du noch bei Verstand? Was für ein Verkauf? An wen?!
— Mach mir mein Leben nicht kaputt! Die Anzahlung habe ich längst genommen. Verschwinde, Verka. Wenn du weiter hämmerst, rufe ich die Polizei. Ich sage, eine Ex-Häftling will hier die Tür einschlagen. Dann schicken sie dich schnell wieder zurück — genau dahin, wo du hingehörst.
Ich hörte, wie sie sich entfernte. Und ich blieb allein in dem schmutzigen Treppenhaus zurück, das nach Katzen und billigem Tabak stank. In meiner Tasche steckten nur die Entlassungsbescheinigung und ein paar zerknitterte Scheine, die ich in der Näherei verdient hatte. In meinen dünnen Turnschuhen spürte ich die Kälte nicht einmal mehr — die Füße waren längst taub.
Ich hatte keinen Ort, an den ich gehen konnte. Aber vor der Tür zu bleiben hieß, wirklich auf die Polizei zu warten. Und mit meinen Papieren machten die nicht viele Umstände. Also ging ich hinaus. Die Stadt empfing mich mit grauem Matsch und völliger Gleichgültigkeit. Dieselben Plattenbauten, dieselben Schlaglöcher im Asphalt — nur die Läden waren mehr geworden und die Blicke der Leute härter.
Im Hostel am Stadtrand nahm man mich erst auf, nachdem ich drei Tage im Voraus bezahlt hatte. Sechs Betten im Zimmer, Stockbetten, der Geruch fremder Socken und Chlor. Ich ließ mich auf die Matratze fallen und war sofort weg, noch in der Kleidung.
Zwei Tage später fand ich Arbeit. In einem Straßenlokal namens „Otschag“, wo Fernfahrer Soljanka aßen und die Einheimischen Traueressen abhielten. Der Besitzer, ein schwerer Mann mit müden Augen, schaute sich meine Papiere nicht einmal an.
— Geschirr spülen, Böden schrubben, Gemüse putzen. Bezahlt wird jeden Abend. Zerbrichst du einen Teller, ziehe ich dir zwei ab. Klaust du ein Stück Brot, fliegst du raus. Einverstanden?
— Einverstanden.
Mein Leben schrumpfte auf das Maß eines Spülbeckens. Heißes Wasser, Fett, Dampf, Berge schmutziger Teller mit Essensresten. Meine Hände schwollen an, wurden rot, die Haut schälte sich von dem billigen Spülmittel. Am Abend schrie mein Rücken vor Schmerz. Aber hier war es warm. Und hier bekam ich etwas zu essen.
In der Küche arbeitete noch einer — Andrej. Ein Mann für alles: Er schleppte Kartoffelsäcke, reparierte Leitungen, trug den Müll hinaus. Schweigsam, mit einer tiefen Narbe auf der Wange, sah er aus, als hätte das Leben auch ihn gründlich durchgekaut. Wir redeten fast nie. Manchmal nahm er mir einfach wortlos den schweren Abfallbehälter aus der Hand. Manchmal stellte er mir einen Becher heißen Tee mit Zitrone hin, wenn ich kaum noch stehen konnte.
— Bist du von hier? — fragte er mich eines Tages, als wir uns hinten am Lieferausgang zwischen Müllcontainern vor dem Wind versteckten, um kurz Luft zu holen.
— War ich mal, — seufzte ich. — Jetzt habe ich kein Zuhause mehr. Meine Tante verkauft die Wohnung und hat mich ins Nichts abgemeldet.
Andrej nickte, ohne überrascht zu wirken. Er konnte zuhören, ohne unnötige Fragen zu stellen.
— So sind die Zeiten. Für ein paar Quadratmeter tun die Leute alles. Pass auf dich auf. Wenn jemand schnell verkauft, dann meist zu billig. Und wenn es zu billig ist, stimmt etwas nicht.
Eine Woche später kam die Prüfung. Ich wischte gerade die Tische im Gastraum, als die Eingangstür aufging und einen Schwall eisiger Luft hereinließ. Ein Mann im teuren Kaschmirmantel trat ein, hinter ihm zwei kräftige Typen.
Ich erkannte ihn an seinem Gang — selbstsicher, herrisch. Kirill. Genau der, wegen dem ich drei Jahre meines Lebens verloren hatte. Er war mein Chef gewesen, hatte mich umworben, schön geredet, und dann hatte er mich mit Firmenunterlagen hereingelegt, ein riesiges Defizit auf mich abgewälzt und alles der verliebten Närrin angehängt. Er blieb sauber. Ich landete hinter Gittern.
Ich duckte mich instinktiv tiefer, in der Hoffnung, er würde mich in der formlosen Schürze und mit dem Lappen in der Hand nicht erkennen. Aber er erkannte mich. Solche wie er wittern ihr Opfer immer.
— Verotschka? — Seine Stimme klang widerlich vertraut. — Was für ein Zufall. Ich habe gehört, du bist zurück.
Er setzte sich an einen sauberen Tisch, ohne den Mantel auszuziehen. Die beiden Männer blieben hinter ihm stehen und versperrten den Durchgang. Im Café wurde es schlagartig still — selbst die Fahrer hörten auf zu kauen.
— Du siehst schlecht aus, — grinste er und ließ den Blick über meine Hände gleiten. — Die letzten Jahre haben dir nicht gutgetan.
— Was willst du? — fragte ich leise und drückte den Lappen so fest, dass meine Finger schmerzten.
— Ich? Ruhe. Ordnung. Ich habe gehört, du warst bei deiner Tante. Hast Lärm gemacht.
— Das ist meine Wohnung.
— War deine. Jetzt gibt es dort andere Interessen. Meine Leute helfen deiner Tante beim Umzug. In ein Häuschen auf dem Land. Frische Luft, Natur… Für alte Leute doch ideal.
— Du betrügst sie, — begriff ich, und in mir wurde es eiskalt. — Du nimmst ihr die Wohnung weg. So wie du mir mein Leben genommen hast.
Kirill beugte sich vor. Er roch nach teurem Parfüm und starkem Alkohol. Dieser Geruch machte mich krank.
— Ich mache Geschäfte, Vera. Und du hältst dich da raus. Wenn du piepst, wenn du vor Gericht willst oder einfach den Mund zur falschen Zeit aufmachst, landest du wieder drinnen. Ich organisiere das. Man steckt dir etwas Verbotenes in die Tasche — und dann fährst du für zehn Jahre weg, diesmal als Wiederholungstäterin. Verstanden?
Ich sagte nichts. Die Angst hatte mir die Kehle zugeschnürt. Er konnte das tun. Ohne Mühe.
— Braves Mädchen, — sagte er und warf einen großen Schein auf den Tisch. — Kauf dir Schokolade.
Dann ging er. Ich stand da und starrte auf die Tür, bis Andrej mich ansprach. Er kam aus dem Nebenraum, die Hände an einem Lappen trocknend. Sein Gesicht war ernst, sein Blick hart.
— Wer war das?
— Meine Vergangenheit, — brachte ich mühsam heraus. — Sie wollen meiner Tante die Wohnung abluchsen.
— Kirill Wolkow? — fragte Andrej plötzlich.
Ich sah ihn überrascht an.
— Du kennst ihn?
— Kleine Stadt. Er arbeitet mit schmutzigen Methoden. Er bearbeitet alte Leute, bringt sie in halb verfallene Hütten draußen auf dem Land und verkauft ihre Wohnungen.
— Meine Tante sagte, sie hat schon eine Anzahlung genommen. Dann ist die Sache bald durch.
— Nicht die Sache, — schüttelte Andrej den Kopf. — Die Abwicklung. Heute ist Donnerstag. Der Notar, mit dem er arbeitet, empfängt bis acht. Wenn sie sie heute weichklopfen, sitzt sie morgen auf der Straße.
Ich begann zu zittern. Ich wusste, dass ich etwas tun musste, aber die Angst nahm mir fast die Luft. Wenn ich mich einmischte, ließ er mich wieder verschwinden. Tat ich nichts, war meine Tante, die Schwester meiner Mutter, verloren. Sie hatte mich verraten, hinausgeworfen, aber… sie war mein einziges Blut.
— Ich muss hin, — sagte ich und riss mir die Schürze herunter.
— Allein gehst du nicht, — sagte Andrej und zog seine Arbeitsjacke aus. — Komm. Ich habe ein Auto.
Wir jagten durch die Nachtstadt und schlüpften noch bei Gelb über Kreuzungen. Vor dem Haus stand tatsächlich Kirills schwarzer Geländewagen, daneben ein einfacheres Auto. In meiner Wohnung im dritten Stock brannte helles, unruhiges Licht.
— Bleib hier, — sagte Andrej und zog unter dem Sitz ein schweres Werkzeug hervor.
— Nein, — ich riss schon die Tür auf. — Ich komme mit. Das ist mein Zuhause.
Wir stiegen hinauf. Die Wohnungstür stand einen Spalt offen — offenbar erwartete man noch jemanden, oder in der Eile hatte niemand sie zugemacht. Von drinnen drangen Stimmen.
— Und das Häuschen? — Die Stimme meiner Tante zitterte, Tränen lagen darin. — Sie haben doch gesagt, Sie geben mir die Schlüssel. Und ein Auto zum Transport der Sachen.
— Morgen, alles morgen. Heute sind nur die Formalitäten.
Ich stieß die Tür auf.
Im Flur war so viel geraucht worden, dass es in den Augen brannte. Meine Tante saß auf einem Hocker am Küchentisch, vor ihr lagen Papiere. Neben ihr stand eine Frau mit einer Mappe — eben jene Notarin — und im Türrahmen des Zimmers lehnte grinsend Kirill. Seine zwei Helfer langweilten sich am Eingang.
Meine Tante zuckte zusammen und ließ den Stift fallen. Kirill drehte langsam den Kopf zu mir. Das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht, übrig blieb blanke Verachtung.
— Hast du wirklich gar nichts begriffen, Vera? Ich habe dich doch gewarnt. Oder willst du noch mehr?
— Das ist kein Verkauf! — Ich machte einen Schritt vorwärts, ohne zu den Männern zu sehen, obwohl meine Knie weich wurden. — Tante Nina, lies die Überschrift! Sieh dir die Papiere an!
Sie blinzelte verwirrt.
— Verotschka… Das sind gute Leute… Sie zahlen doch…
— Was steht da drauf?! — schrie ich. — „Schenkungsvertrag“? Oder „Kaufvertrag“?
Sie kniff die Augen zusammen und hielt das Blatt näher ans Gesicht.
— Schenkung… — flüsterte sie. — Aber warum? Sie sagten doch, das sei wegen der Steuern…
— Weil dir bei einer Schenkung niemand auch nur einen Rubel schuldet! — stieß ich hervor. — Sie werfen dich noch heute Nacht ins Nichts!
Einer der Männer trat vor und versperrte mir den Weg. Der große Kerl mit den leeren Augen griff schon nach meiner Jacke, doch Andrej, der hinter mir auftauchte, drängte ihn scharf zurück. Er hob nur die Hand — und allein diese Bewegung machte klar, dass niemand ihm zu nahe kommen sollte.
Der zweite Helfer ruckte vor, aber Andrej war schneller, verkürzte die Distanz und brachte ihn mit einem Blick zum Einfrieren. Es war sofort klar: Mit ihm war nicht zu spaßen.
— Ruhig, — sagte Andrej leise, doch in dem engen Flur klang seine Stimme überzeugender als jedes Schreien. — Keine Dummheiten. Ich bin nicht allein. Die Nachbarn haben schon die Polizei gerufen. Und bei Bekannten in den Behörden liegt längst eine Info vor.
Kirill wurde blass. Widerstand war er nicht gewohnt. Er war es gewohnt, dass man ihn fürchtete.
— Wer bist du überhaupt? — zischte er. — Weißt du, wem du in die Quere kommst? Das wird dir noch leid tun.
— Ich weiß sehr gut, wer du bist, — sagte Andrej, trat an den Tisch und nahm die Unterlagen in die Hand. — Wolkow, Kirill Sergejewitsch. Artikel 159, Absatz 4. Betrug in der Gruppe. Oder Betrug mit Entzug von Wohnraum. Bis zu zehn Jahre, wenn ich mich nicht irre?
Dann wandte er den Blick zur Notarin. Die Frau mit der Mappe wich bereits zur Tür zurück und drückte die Papiere an sich.
— Ich… ich habe nur einen Vertragsentwurf gebracht… Ich habe nichts beurkundet…
— Gehen Sie, — sagte Andrej ruhig. — Solange es noch nicht zu spät ist.
Sie schoss wie eine Kugel hinaus.
Kirill blieb mit seinen Leuten zurück. Er sah Andrej an, dann mich. In seinen Augen stand reine Wut. Er hatte verstanden, dass ihm die Sache gerade entglitt.
— Wir sehen uns wieder, — zischte er und sah mich voller Hass an. — Du wirst das bereuen.
— Versuch’s, — antwortete Andrej für mich. — Aber merke dir eins: Ich passe jetzt auf sie auf. Und ich habe nichts zu verlieren.
Kirill fluchte zwischen den Zähnen und ging hinaus. Die Tür knallte hinter ihm so heftig zu, dass Putz von der Wand rieselte.
In der Wohnung senkte sich Stille. Nur der alte Kühlschrank brummte, und das schwere Atmen meiner Tante war zu hören.
Langsam hob sie den Blick zu mir. Darin lagen Angst, Scham und das erschütternde Begreifen, in welche Grube sie sich selbst manövriert hatte.
— Vera… — Ihre Stimme zitterte. — Er sagte, du hättest Schulden… Dass böse Menschen dir die Wohnung wegnehmen würden, wenn ich sie nicht auf ihn überschreibe… Dass er uns rettet… Er sagte auch, du wärst in diese verbotenen Sachen geraten…
— Ach, Tante Nina, — atmete ich aus, spürte, wie mir die Kraft entwich, und sank einfach auf den Hocker im Flur. — Das haben Sie sich alles selbst eingeredet. Drei Jahre lang habe ich für fremde Taten gebüßt, und Sie wollten mir jetzt auch noch den letzten Boden unter den Füßen wegziehen.
Meine Tante schlug die Hände vors Gesicht und begann zu weinen. Laut, hemmungslos, schluchzend, während sie auf dem Hocker hin und her wippte. Ich sah sie an — und empfand kein Mitleid. Nur Müdigkeit.
Andrej trat näher und steckte das Werkzeug weg.
— Gibt es Tee? — fragte er meine Tante in ganz alltäglichem Ton, als wäre nichts Besonderes geschehen.
— Was? — Sie fuhr hoch und wischte sich die Tränen übers Gesicht. — Ja… mit Thymian. Und Marmelade… Kirschmarmelade.
— Dann kochen Sie welchen. Stark. Vera braucht das.
Wir saßen in der Küche. Meine Tante hantierte hektisch mit den Tassen, klapperte mit dem Geschirr und wagte kaum, mich anzusehen. Ich betrachtete die vertraute Tapete, die Pflanze auf der Fensterbank, die ich noch als Schülerin gegossen hatte, und begriff: Das ist mein Zuhause. Und ich werde es niemandem überlassen.
— Bleibst du? — fragte meine Tante leise und stellte mir eine Tasse hin, deren Henkel abgebrochen war.
— Ich bleibe, — sagte ich entschieden. — Ich kann nirgends anders hin. Und Sie dürfen hier auch nicht allein bleiben. Sie könnten zurückkommen.
Sie nickte und schluchzte wieder auf. Ich umarmte sie nicht. Dafür war es zu früh. Der Schmerz saß noch immer in mir, scharf wie ein Splitter. Aber ich schob ihr die kleine Schale mit der Marmelade hin.
Andrej trank seinen Tee aus und stand auf.
— Ich fahre. Morgen ist wieder Schicht. Die Arbeit wartet.
Ich ging mit ihm zur Tür.
— Danke, — sagte ich und sah ihn an. — Wenn du nicht gewesen wärst… Warum hast du mir geholfen? Du kennst mich doch kaum.
Er lächelte kaum merklich, und sein Gesicht wirkte auf einmal ganz anders.
— Ich weiß, wie es ist, wenn sich alle von einem abwenden. Ich hatte auch mal alles. Ist lange her.
Mehr sagte er nicht.
— Wechsel morgen unbedingt die Schlösser. Und, Vera…
— Ja?
— Du bist jetzt nicht mehr allein. Vergiss das nicht.
Ich schloss die Tür hinter ihm und schob zum ersten Mal seit vielen Jahren den Riegel nicht aus Angst vor, sondern mit Erleichterung. Vor mir lagen ein langer Winter, Ärger mit Papieren, das Leben an der Seite eines Menschen, der mich verraten hatte, und die Gewissheit, dass Kirill nicht einfach verschwinden würde. Aber es war mein Leben. Mein eigenes. Und ich hatte vor, bis zum Ende dafür einzustehen.