Ich engagierte einen Schauspieler, der auf dem jährlichen Sommerfest meiner Schwiegermutter meinen neuen Freund spielen sollte – dort wartete mein Ex mit der Frau, für die er mich verlassen hatte, doch die Lektion meines falschen Partners ließ die ganze Familie verstummen

Выкл. Автор ChatGpt
Ich engagierte einen Schauspieler, der auf dem jährlichen Sommerfest meiner Schwiegermutter meinen neuen Freund spielen sollte – dort wartete mein Ex mit der Frau, für die er mich verlassen hatte, doch die Lektion meines falschen Partners ließ die ganze Familie verstummen

Dann musterte er Florian.

„Und wer ist das?“

Die übrigen Gespräche verstummten fast vollständig.

Florian trat ruhig einen Schritt vor.

„Florian. Ich bin Katharinas Freund.“

Das Wort Freund schien zwischen den warmen Terrassenplatten und dem hellen Sommerhimmel in der Luft hängen zu bleiben.

Thomas starrte ihn einige Sekunden lang ungläubig an.

Dann lachte er laut auf.

„Der? Ernsthaft?“

Mehrere Köpfe drehten sich sofort zu uns.

Thomas deutete abwechselnd auf Florian und auf mich.

„Das soll dein Freund sein?“

Ich spürte, wie mir die Hitze in Gesicht und Hals stieg.

Sabrina senkte den Blick auf ihr Glas, doch an ihren Mundwinkeln lag ein belustigtes Lächeln, das sie nicht einmal richtig zu verbergen versuchte.

Thomas lachte noch lauter.

„Ach, komm schon, Katharina. Es ist doch offensichtlich, dass du ihn dafür bezahlt hast, mit dir hier aufzutauchen.“

Der Garten wurde still.

Nicht vollkommen still.

Im Pool platschte irgendwo Wasser.

In einem Glas klirrten Eiswürfel.

Von weiter hinten war Kinderlachen zu hören.

Doch die Erwachsenen sagten nichts mehr.

Ich spürte ihre Blicke von allen Seiten.

Auf meinem Gesicht.

Auf dem alten blauen Kleid.

Auf meiner Figur.

Auf meinen Händen, die ich nirgends unterzubringen wusste.

Meine Finger lösten sich beinahe von selbst aus Florians Hand.

„Entschuldigung“, flüsterte ich so leise, dass ich mich kaum selbst hörte.

Ich wusste nicht einmal, bei wem ich mich entschuldigte.

Florian schloss seine Hand sofort wieder fest um meine.

„Entschuldigen Sie sich nicht.“

Thomas’ Lächeln wurde zu einem spöttischen Grinsen.

„Ist Händchenhalten im Preis enthalten, oder kostet das extra?“

Brigitte wurde sichtbar steif.

Mein ältester Sohn stand ein Stück entfernt am Pool, ein Handtuch über den Schultern, und sah schweigend zu seinem Vater.

Florian wandte sich langsam Thomas zu.

Dann sagte er mit vollkommen ruhiger Stimme:

„Gehört es zum Paket eines Exmannes eigentlich dazu, die Mutter seiner eigenen Kinder vor deren Augen öffentlich zu demütigen? Oder machen Sie das kostenlos?“

Jemand sog hörbar die Luft ein.

Thomas’ Gesicht erstarrte.

Er schluckte, doch eine Antwort kam nicht.

Schließlich presste er hervor:

„Das war doch nur ein Witz.“

Florian nickte knapp.

„Ein bemerkenswerter Humor.“

Das Schweigen nach diesen Worten war schwerer als jeder lautstarke Streit.

Und doch war es von diesem Moment an nicht mehr dasselbe Schweigen wie vorher.

Die Musik setzte wieder ein.

Die Kinder liefen zum Sprungbrett.

Jemand fragte, ob die Würstchen schon fertig seien.

Teller wanderten über den Tisch.

Eine Limonade kippte um.

Brigittes Schwester beschwerte sich erneut über die Mücken.

Aber die Stimmung im Garten hatte sich unmerklich verschoben.

Thomas hörte nicht auf, Florian zu beobachten.

Zuerst dachte ich, er warte nur auf den Augenblick, in dem Florian einen Fehler machte.

Auf den Moment, in dem sich zeigen würde, dass alles nur gespielt war.

Doch Florian gab ihm keine Gelegenheit dazu.

Er half meiner jüngsten Tochter, die kleine Trinkpäckchenöffnung aufzustechen.

Er fragte meine Söhne nach ihrem Fußballverein und hörte so aufmerksam zu, als wäre jedes Wort von Bedeutung.

Er lobte Brigitte für ihren gepflegten Garten.

Als einer älteren Tante die Serviette herunterfiel, hob er sie auf, bevor sie sich danach bücken konnte.

Er stellte sich nicht zur Schau.

Er versuchte nicht, Mittelpunkt des Festes zu werden.

Gerade deshalb wirkte er vollkommen selbstverständlich.

Thomas konnte den Blick nicht von ihm lösen.

Sabrina bemerkte bald, wie oft Thomas Florian beobachtete.

Zunächst schmiegte sie sich noch enger an ihn.

Sie lachte etwas lauter als zuvor.

Jedes Mal, wenn Florian mit mir sprach, legte sie Thomas eine Hand auf den Arm, als müsse sie sich selbst versichern, dass sie es war, die neben ihm stand.

Doch nach und nach klang ihr Lachen angestrengt.

Ich bemerkte es nur, weil ich mich mit aller Kraft bemühte, Thomas nicht anzusehen.

Ich wollte auch nicht wahrnehmen, wie häufig meine Hände von selbst zu meiner Taille wanderten.

Währenddessen verstand Sabrina immer deutlicher, wohin Thomas’ Blick wieder und wieder zurückkehrte.

Das Kleid glatt streichen.

Den Stoff näher an den Körper ziehen.

Die Arme verschränken.

Einen Schritt zur Seite gehen.

Bloß nützlich sein.

Genau das tat ich.

Ich holte einen Stapel Pappteller aus der Küche.

„Entschuldigung … darf ich kurz vorbei?“

Ich trug die Teller bis zum Tisch, als könnte ich mich damit wenigstens ein wenig unentbehrlich machen.

Kurz darauf verschüttete jemand Limonade auf den Terrassenplatten.

Sofort griff ich nach einem Tuch.

„Entschuldigung, ich mache das gleich weg.“

Als meine Tochter ein wenig Ketchup nur wenige Zentimeter neben Florians Schuh tropfen ließ, hatte ich bereits eine Serviette in der Hand.

„Tut mir leid.“

Florian sah nicht auf seinen Schuh.

Er betrachtete den kleinen roten Fleck auf dem Steinboden.

Dann sagte er ruhig:

„Katharina … das ist nur Ketchup.“

Ich lächelte schwach.

Trotzdem zitterten meine Hände beim Wischen.

Florian beobachtete mich schweigend.