Nach einer Nacht bei seiner Geliebten kam er lächelnd nach Hause – doch seine schwangere Frau wartete bereits mit Beweisen, Scheidungspapieren und einem Privatflugzeug

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Nach einer Nacht bei seiner Geliebten kam er lächelnd nach Hause – doch seine schwangere Frau wartete bereits mit Beweisen, Scheidungspapieren und einem Privatflugzeug

Die Ehe, die sie vor anderen verteidigt hatte, obwohl sie selbst längst den Glauben daran verlor.

Den Mann, von dem sie gehofft hatte, dass er eines Tages ein guter Vater werden könnte, wenn sie ihm nur noch etwas Zeit schenkte.

Noch ein wenig Geduld.

Noch eine Gelegenheit.

Noch eine Vergebung.

Jetzt begriff sie, dass alles nur eine Illusion gewesen war.

Ihr Telefon vibrierte in der Manteltasche.

Markus.

Sie betrachtete seinen Namen auf dem Display.

Kurz darauf erschien er ein zweites Mal.

Dann Vanessa.

Wenig später wieder Markus.

Katharina nahm keinen der Anrufe an.

Friedrich trat langsam näher.

„Sie müssen nicht antworten.“

„Ich weiß.“

„Aber ein Teil von Ihnen möchte es.“

Ein trauriges Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

„Irgendwo tief in mir wünsche ich mir noch immer, er würde genau den einen Satz sagen, der alles ein wenig leichter macht.“

„Welchen Satz?“

„Dass es ihm wirklich leidtut.“

Friedrich blickte einen Moment lang über das Vorfeld.

„Menschen wie Markus bereuen selten, was sie getan haben. Sie bedauern erst, dass ihre Taten Folgen haben.“

Katharina schluckte.

Das Telefon vibrierte erneut.

Diesmal war es nicht Markus.

Johanna hatte ihr geschrieben.

Markus wurde informiert. Die außerordentliche Vorstandssitzung findet morgen statt. Ihr rechtlicher Schutz ist sichergestellt. Reagieren Sie auf keine Kontaktaufnahme, sofern Sie es nicht selbst ausdrücklich möchten.

Reagieren Sie nicht.

Katharina hätte beinahe bitter gelacht.

Jahrelang hatte ihre Ehe aus nichts anderem bestanden als aus Anpassung.

Sie hatte sich Markus’ Launen angepasst.

Seinem Verschwinden.

Seinen Lügen.

Seinen Ausreden.

Bei gesellschaftlichen Abendessen hatte sie seine Beleidigungen überspielt.

Sie hatte gelächelt, während sie innerlich vor Einsamkeit zerbrach.

Sie hatte kleine Grausamkeiten vergeben, bis sie so selbstverständlich geworden waren wie die Möbel in ihrer Wohnung.

Nun gehörte die Stille endlich ihr.

„Frau Albrecht?“

Die Stimme der Flugbegleiterin war respektvoll und zurückhaltend.

„Wir können starten, sobald Sie bereit sind.“

Katharina nickte.

Doch bevor sie den ersten Schritt in Richtung Flugzeug machte, durchschnitten grelle Scheinwerfer die Dunkelheit.

Ein schwarzer Geländewagen fuhr mit hoher Geschwindigkeit durch das geöffnete Sicherheitstor und kam unweit des Hangars abrupt zum Stehen.

Friedrichs Kiefer spannte sich an.

Katharina wusste bereits, wer gekommen war, noch bevor sich die Türen öffneten.

Markus stieg als Erster aus.

Sein Mantel war nicht geschlossen, der Wind zerzauste sein Haar, und sein Gesicht war vor Wut bleich.

Hinter ihm erschien Vanessa.

Trotz der Kälte trug sie einen makellos geschnittenen cremefarbenen Mantel und hohe Absätze, die für ein Flugfeld vollkommen ungeeignet waren. Doch ihre perfekte äußere Erscheinung konnte die Panik in ihren Augen nicht verbergen.

„Katharina!“, rief Markus.

Als sie ihren Namen aus seinem Mund hörte, zog sich ihr Magen zusammen.

Friedrich wollte vortreten, doch Katharina hob die Hand.

„Nein“, sagte sie ruhig. „Das kläre ich selbst.“

Markus kam schnell auf sie zu. In einer Hand hielt er ein zusammengefaltetes Bündel von Unterlagen, mit dem er wütend gestikulierte.

„Was glaubst du eigentlich, was du hier tust?“

Katharina blieb unbewegt stehen.

„Ich gehe.“

„Du gehst?“ Er stieß ein höhnisches Lachen aus, das im Wind beinahe unterging. „Du kannst nicht unser Leben zerstören und dich dann einfach davonmachen.“

„Unser Leben?“ Katharinas Stimme war kalt. „Meinst du das Leben, das du längst verlassen hattest? Oder das zweite Leben, das du Vanessa finanziert hast?“

Bei ihrem Namen zuckte Vanessa sichtbar zusammen.

Markus deutete wütend auf das Flugzeug.

„Glaubst du jetzt, du wärst wichtig, nur weil du dich hinter Friedrich Berger versteckst? Weil du dich von einem anderen Mann wegbringen lässt?“

Katharinas Blick wurde eisig.

„Kein Mann bringt mich irgendwohin.“

„Warum steht dann sein Flugzeug hier?“

„Weil er mir – anders als du – Hilfe angeboten hat, ohne dafür meine Freiheit zu verlangen.“

Markus verzog den Mund zu einem zynischen Lächeln.

„Du warst schon immer erschreckend naiv.“

Nun trat Vanessa einen Schritt vor.

„Katharina, bitte hör mir zu. Was immer du glaubst zu wissen, wir können das diskret regeln.“

Katharina wandte sich langsam zu ihr um.

Monatelang hatte Vanessa in ihren Gedanken wie ein makelloser Schatten existiert: rote Lippen, teures Parfüm, ein selbstsicheres Lächeln.

Unter dem grellen Licht des Flugfelds sah sie anders aus.

Nicht unschuldig.

Nicht reumütig.

Nur verängstigt.

„Diskret?“, wiederholte Katharina.

Vanessas Stimme klang nun beinahe flehend.

„Du willst keinen solchen Skandal. Du bist schwanger. Denk an das Kind. Dieser Stress kann nicht gut für das Baby sein.“

Etwas veränderte sich in Katharinas Gesicht.

„Wage es nicht, mein Kind als Schutzschild vor den Folgen deiner eigenen Entscheidungen zu benutzen.“

Vanessas Wangen färbten sich rot.

„Ich habe Markus zu nichts gezwungen.“

„Nein“, sagte Katharina leise. „Du hast nur ohne jedes Gewissen genossen, was er gestohlen hat.“