Junge Frau Clara Bergmann: eine ergreifende Geschichte von Krankheit, Hoffnung und dem Kampf um ein neues Leben
„Es bleiben drei: Vitus, Stefan und Sergej, der Wirbelwind. Pass auf sie auf, ja? Damit sie nicht verloren gehen wie dein Bruder. Versprichst du es?“
Tränen liefen Clara über die Wangen.
„Ich lasse euch nicht im Stich, Tante Anna. Nur haltet durch.“
Doch die alte Frau schlief schon wieder, ein Lächeln auf ihrem Gesicht.
Zwei Tage später starb Anna Heller. Clara weinte ununterbrochen. Sergej brachte sie nach Hause, finster, den Kopf gesenkt.
Sie begruben die alte Frau mit ihren Bekannten. Dann begann das Papierchaos um das Haus, doch Sergej half.
Bald zog Clara um.
Die Jungen kamen nicht sofort. Nur Sergej besuchte sie. Einmal bat sie ihn, sie mitzubringen.
Seitdem wurden sie häufige Gäste. Abends, besonders im Herbst, versammelten sie sich im Haus: aßen Pfannkuchen aus der Fabrikkantine, sahen fern, spielten „Monopoly“.
Manchmal kam Sergej. Er half Clara, die Steuerzahlungen fürs Haus zu regeln. Still wuchs ihre Dankbarkeit zu warmen Gefühlen.
Doch er hielt Abstand.
Einmal erschien Sergejs Vater, nicht zum Streit, sondern um zu danken.
„Verwöhnt ihn nur nicht zu sehr“, brummte er. „Sonst hängt er euch am Hals.“
So begann Claras neues Leben. Ein eigenes Haus, neue Menschen. Sophie heiratete Jonas, sie kamen gelegentlich zu Besuch. Doch Clara schenkte ihrem Begleiter kaum einen Blick, ihr Herz war schon vergeben.
Noch unbeantwortet, doch voller Hoffnung.
Und stets erinnerte sie sich an Anna Heller. Jeder Winkel des Hauses trug ihre Wärme.
Clara wollte wenigstens ein wenig wie sie sein. So bewahrte sie das Andenken an diese einfache, gütige Frau.
Denn sie hinterließ nicht nur ein Haus, sondern auch die Güte, die nun weitergegeben werden sollte.