Tanja Lena Bergmann verschwand spurlos am Strand – wurde die junge Schauspielhoffnung zum Opfer eines perfekten Verbrechens?
Ihre Karriere hatte gerade erst begonnen. Mit ihrer auffallenden Schönheit und ihrem verführerischen Auftritt im Bikini an der Seite von Stefan Berger in „Das Gesicht mit der Narbe“ zog sie Millionen Kinobesucher in ihren Bann.
Dann geschah das Unbegreifliche: Tanja verschwand von einem Tag auf den anderen spurlos an der Küste. Zurück blieben unzählige Fragen und ein Rätsel, das selbst nach 42 langen Jahren nicht gelöst werden konnte.
War Tanja Lena Bergmann die strahlende Hauptfigur eines scheinbar vollkommenen Lebens – oder wurde sie zum Opfer eines ebenso vollkommen geplanten Mordes?
Ihre Geschichte erzählt von großen Träumen, außergewöhnlicher Schönheit und einem erschütternden ungelösten Geheimnis, das die Menschen seit mehr als vier Jahrzehnten nicht loslässt.
Tanja wurde 1965 im schleswig-holsteinischen Timmendorfer Strand geboren. Schon früh schien es, als sei sie für etwas Besonderes bestimmt. Mit ihrem blonden Haar, den haselnussbraunen Augen und ihrer natürlichen Ausstrahlung fesselte sie die Menschen, sobald sie irgendwo erschien.
Bereits im Alter von vier Jahren nahm sie an Schönheitswettbewerben teil. Dabei war sie nicht nur eine von vielen Teilnehmerinnen – sie beherrschte die Wettbewerbe. Bis zu ihrer Jugend hatte Tanja bei mehr als 300 Veranstaltungen auf der Bühne gestanden und in 280 Fällen den ersten Platz gewonnen. Doch das war lediglich der Anfang. 1978 erschien sie auf dem Titelblatt der Zeitschrift „Brigitte“ und festigte damit ihren Ruf als aufsteigender Stern der deutschen Modelwelt.
„Ich habe es schon immer geliebt, mich vor anderen zu zeigen. Als kleines Mädchen mochte ich diese Wettbewerbe, weil ich mich verkleiden und herausputzen durfte. Besonders gern trug ich altmodische Kleider und diese großen Hüte mit Federn. Dann fühlte ich mich wie eine vornehme Dame aus einer anderen Zeit, in einem dieser riesigen, prächtigen Kleider“, erklärte Tanja später.
Hinter ihren frühen Erfolgen stand ihre Mutter Ingrid Kramer, die die ehrgeizigen Pläne ihrer Tochter mit unerschütterlicher Hingabe unterstützte.
„Ich war ständig damit beschäftigt, sie zu den Orten zu fahren, an denen sie auftreten oder arbeiten musste, und sie anschließend wieder abzuholen. Aber ich tat es gern. Es machte mich glücklich, ihre Erfolge mitzuerleben, denn Tanja wollte niemals nur gut sein. Sie strebte immer nach dem Besten und nach dem höchstmöglichen Ziel“, erinnerte sich Ingrid.
Ihre erste Filmrolle erhielt Tanja als feiernde junge Frau in „Kleine Lieblinge“ aus dem Jahr 1980. Die regionale Presse erklärte sie schon bald zur kommenden großen Schauspielerin aus dem Norden. Die blonde Schönheit genoss jeden Augenblick der Aufmerksamkeit, die ihr plötzlich entgegengebracht wurde.
„Diese Beachtung überrascht mich nicht. Ich habe hart dafür gearbeitet, und jetzt bin ich unglaublich aufgeregt und glücklich. Von einem solchen Leben habe ich immer geträumt. Trotzdem möchte ich niemals weit vom Strand entfernt sein. Es wird sicher noch eine Weile dauern, aber eines Tages will ich den Deutschen Filmpreis gewinnen und Menschen wie Bernd Reuter und Leonhard Mertens kennenlernen. Die Schauspielerei liegt mir im Blut. Ich mochte es schon immer, wenn die Leute mich ansahen und fotografierten. Eine wirklich gute Schauspielerin kann jede Rolle spielen“, sagte sie in einem Gespräch mit dem „Lübecker Tagesblatt“.
Der große Durchbruch gelang ihr schließlich 1983, als sie in „Das Gesicht mit der Narbe“ auftrat – jenem Film, der später zu einem Kultwerk der Kinogeschichte wurde.