„Ich gebe dir eine Woche, um dich zu entscheiden“ – Als Thomas von seiner heimlichen Reise zurückkam, erwartete ihn zu Hause eine Überraschung, die seine Ehe, seine Zukunft und sein ganzes Leben erschütterte

Выкл. Автор ChatGpt
„Ich gebe dir eine Woche, um dich zu entscheiden“ – Als Thomas von seiner heimlichen Reise zurückkam, erwartete ihn zu Hause eine Überraschung, die seine Ehe, seine Zukunft und sein ganzes Leben erschütterte

Doch was er dann erblickte, ließ ihn abrupt stehen bleiben. In der Mitte des Wohnzimmers war der Tisch festlich gedeckt. Darauf standen eine Flasche Champagner und eine Torte, auf der eine Kerze in Form der Zahl zehn brannte.

Claudia saß auf dem Sofa – aber sie war nicht allein. Neben ihr stand ein großer, blonder Mann, den Thomas noch nie zuvor gesehen hatte. Die beiden lachten, und der Fremde hatte eine Hand vertraulich auf Claudias Schulter gelegt.

„Was… was ist hier los?“, fragte Thomas heiser und trat in den Raum.

Claudia zuckte zusammen und wandte sich ihm zu.

„Thomas? Du bist schon zurück?“ Überrascht sah sie auf die Uhr. „Wir haben dich erst in zwei Stunden erwartet.“

„Wir?“ Thomas blickte abwechselnd zu seiner Frau und dem unbekannten Mann. „Wer ist das?“

Der Blonde stand auf und streckte ihm lächelnd die Hand entgegen.

„Felix. Freut mich, dich kennenzulernen.“

Thomas ignorierte die Hand.

„Claudia, was soll das? Was wird hier gefeiert?“

„Hast du es vergessen?“ Claudia legte den Kopf leicht schief. „Heute ist unser zehnter Hochzeitstag.“

Thomas hatte das Gefühl, als würde der Boden unter seinen Füßen nachgeben. Ihr Hochzeitstag. Er hatte ihn vollständig vergessen. Und nicht nur das: Er hatte die ganze Woche mit einer anderen Frau verbracht, während Claudia offenbar dabei gewesen war, ihre Ehe zu beenden.

„Und du hast beschlossen, diesen Tag mit… mit ihm zu feiern?“ Thomas deutete auf Felix, der ihn weiterhin ruhig musterte.

„Reg dich nicht auf“, sagte Felix und setzte sich wieder. „Ich bin nur wegen der Arbeit hier.“

„Wegen der Arbeit?“ Thomas ballte die Hände zu Fäusten. „In meinem Haus? Abends? Mit Champagner und einer Torte?“

„Felix ist Innenarchitekt“, erklärte Claudia ruhig. „Ich wollte das Haus renovieren lassen, solange du nicht da bist. Es sollte eine Überraschung zu unserem Hochzeitstag werden.“

„In nur einer Woche?“

„Nicht nur das Wohnzimmer.“ Claudia erhob sich und bedeutete ihm, ihr zu folgen. „Komm. Ich zeige dir den Rest.“

Wie betäubt ging Thomas hinter ihr her. Auch im Schlafzimmer hatte sich alles verändert: neue Tapeten, ein anderes Bett, moderne Lampen und Bilder an den Wänden.

„Das ist…“ Er brach ab. Ihm fehlten die Worte.

„Gefällt es dir?“ Claudia sah ihn hoffnungsvoll an. „Ich wollte schon lange etwas verändern. Deine sogenannte Konferenz schien mir der perfekte Zeitpunkt zu sein.“

Bei dem Wort „Konferenz“ lag eine kaum verhüllte Betonung in ihrer Stimme. Thomas spürte einen unangenehmen Stich.

„Es ist… unerwartet“, brachte er schließlich hervor.

„Das ist noch nicht alles.“

Claudia öffnete die Tür zu dem Raum, der bisher als sein Arbeitszimmer gedient hatte.

Thomas blieb auf der Schwelle stehen. Das Zimmer war nicht wiederzuerkennen. Die Wände waren hellblau gestrichen, in einer Ecke stand ein kleines Kinderbett, daneben lagen Spielsachen. Auf einem Regal saß ein Plüschbär.

„Was ist das?“, flüsterte er.

Claudia verschränkte die Arme vor dem Körper. Plötzlich wirkte sie verletzlich und unsicher.

„Ich wollte es dir heute sagen. Vielleicht an unserem Hochzeitstag. Ich bin schwanger, Thomas. In der vierzehnten Woche.“

Für einen Moment schien die Zeit stehenzubleiben. Thomas sah seine Frau an, ihren leicht gerundeten Bauch, das Kinderbett und den kleinen Bären. Aus irgendeinem Grund hatte er ihren Bauch nicht sofort bemerkt.

„Schwanger?“ Das Wort klang in seinem Mund fremd. „Aber wir…“

„Erinnerst du dich an die Nacht vor deiner Dienstreise nach Hamburg?“ Claudia lächelte schwach. „Wir hatten beide ein wenig zu viel getrunken.“

Thomas erinnerte sich. Es war drei Monate her – ein seltener Moment von Nähe in einer Ehe, die zu diesem Zeitpunkt längst begonnen hatte, zu zerfallen.

„Warum hast du mir nichts gesagt?“

„Ich wollte sicher sein. Und auf den richtigen Augenblick warten.“ Claudia zuckte mit den Schultern. „Dann hast du mir von deiner ‚Konferenz‘ mit Sarah erzählt.“

Thomas wurde blass.

„Du wusstest davon?“

„Natürlich wusste ich es.“ Claudia sah ihm fest in die Augen. „Ich bin nicht dumm, Thomas. Aber ich wollte uns eine Chance geben. Uns allen.“

Sie legte eine Hand auf ihren Bauch. Diese einfache Bewegung machte alles plötzlich real. Sie erwarteten ein Kind. Ihr gemeinsames Kind.

„Claudia, ich…“

„Sag jetzt nichts.“ Ihre Stimme blieb sanft, obwohl in ihren Augen Schmerz lag. „Geh zurück ins Wohnzimmer. Felix wollte ohnehin gerade gehen. Wir trinken den Champagner und reden anschließend.“

Thomas nickte und verließ das Kinderzimmer. Im Wohnzimmer hatte Felix bereits seine Sachen zusammengeräumt.

„Euer Hochzeitstag“, sagte der Innenarchitekt leise und reichte Thomas diesmal die Hand. Thomas nahm sie mechanisch. „Und herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs. Deine Frau ist eine beeindruckende Frau.“

„Ja“, antwortete Thomas heiser. „Danke.“

Nachdem Felix gegangen war, kam Claudia mit zwei Gläsern zurück. Eines war mit Champagner gefüllt, im anderen befand sich etwas, das wie Apfelsaft aussah.

„Auf uns?“ Sie reichte ihm das Glas.

Thomas nahm es, doch er brachte es nicht fertig, anzustoßen.