Wie ich mit dem Verrat meines Mannes fertig wurde und ein neues Leben begann
Als ich Alejandro zum ersten Mal traf, war es wie eine Szene aus einem romantischen Film. Auf einer kleinen Party in Guadalajara stellten uns unsere Familien einander vor. Ich habe nie an solche arrangierten Treffen geglaubt, aber er hatte etwas Besonderes an sich… Er war bescheiden, fröhlich und sein Blick gab mir Selbstvertrauen.
Von diesem Tag an schrieben wir uns jeden Tag Nachrichten. Ich stellte ihm sogar Valeria vor – meine beste Freundin, die wie eine Schwester für mich war –, in der Hoffnung, dass dies unsere Beziehung stärken würde. Aber wer hätte gedacht, dass unsere Ehe auseinanderbrechen würde?

Die ersten Probleme
Nach der Hochzeit schien zunächst alles gut zu sein. Wir arbeiteten, kochten am Wochenende gemeinsam Tacos und tranken Kaffee auf der Terrasse. Aber bald begann meine Schwiegermutter, mich zu kritisieren: Ich ging zu spät ins Bett, war nicht schwanger und spülte das Geschirr nicht so, wie sie es wollte. Alejandro schwieg und stellte sich langsam auf die Seite seiner Mutter.
Drei Jahre vergingen. Ein Arzt in Mexiko-Stadt teilte uns mit, dass unsere Chancen auf eine Schwangerschaft gering seien, wir aber nicht unfruchtbar seien. Ich war erleichtert, aber meine Schwiegermutter sah mich weiterhin so an, als wäre ich allein schuld. Zu dieser Zeit kam Valeria immer öfter zu uns nach Hause.
Ich betrachtete sie als meine beste Freundin, aber die Art, wie sie Alejandro anlächelte, wie sie meiner Schwiegermutter Kaffee servierte, wie die drei miteinander redeten … Das brach mir das Herz.
Der Tag, an dem sich alles änderte
Eines Abends, nach einem heftigen Streit, sagte Alejandro mir kalt, ich solle meine Sachen packen. Ich weinte nicht. Ich sah ihm nur in die Augen und sagte:
„Du wirst es bereuen …“
Ich verließ das Haus mit nur einem Koffer und ließ drei Jahre meiner Jugend und den Freund zurück, dem ich am meisten vertraute.

Ein neues Leben und ein unerwartetes Wunder
Ich kehrte nach Puebla zurück und eröffnete einen kleinen Handwerksladen. Dort lernte ich Carlos kennen, einen Ingenieur, der ein Projekt in der Nähe des Marktes leitete. Er war bescheiden, höflich und erinnerte mich nie an die Vergangenheit.
Sechs Monate nach unserem Kennenlernen heirateten wir. Und dann geschah ein Wunder – ich wurde schwanger. Der Arzt sagte, dass dies ein seltener, aber ganz normaler Fall sei. Ich brach direkt in der Klinik in Tränen aus, umarmte meinen Bauch und flüsterte:
„Du bist mein Geschenk.“
Die Nachricht, die alles veränderte
Eines Morgens las ich im Internet: „Alejandro und Valeria begrüßen ihr erstes Kind.“ In meinem Herzen war kein Neid, sondern nur eine seltsame Mischung aus Erleichterung und dem Wunsch, die Wahrheit zu sagen.
Ich schickte ihm eine Nachricht:
„Herzlichen Glückwunsch, dass du Vater geworden bist! Lädst du mich zu allen Feierlichkeiten in diesem Monat ein? Ach, ich habe Neuigkeiten: Ich bin auch schwanger. Wenn du mir nicht glaubst, schau dir die Fotos an. Es scheint, dass die Schwierigkeiten bei der Empfängnis nicht nur meine Schuld waren … oder ist das nur dein Problem?“

Ende und Frieden
Ich wusste, dass diese Nachricht ihn überraschen würde. Aber nicht aus Rache – ich wollte, dass er versteht, dass auch ich Schmerz erlebt habe, und zwar nicht, weil „ich nicht gut genug war“, sondern weil wir zur falschen Zeit am falschen Ort und mit den falschen Leuten zusammen waren.
Alejandro schickte eine Einladung zur Feier seines Sohnes. Ich bin nicht hingegangen. Ich habe nur geantwortet:
„Ich wünsche euch viel Glück.“
Und genau das wollte ich sagen, denn jetzt habe ich mein eigenes Glück mit einem Mann, der mich in schwierigen Zeiten unterstützt, und mit einem Kind, von dem ich einst dachte, dass ich es niemals haben würde.

In meinem Herzen gibt es keinen Groll, nur eine Lektion: In einer Ehe geht es manchmal nicht darum, wer Recht hat oder Schuld trägt, sondern darum, dass man sein Herz zur falschen Zeit am falschen Ort verloren hat.