Wir fuhren in die Geburtsklinik, um die kleine Schwester abzuholen, und kehrten nach Hause zurück, als plötzlich noch mehr Kinder zu unserer Familie gehörten
Meine Frau, Ksenia, hat vor Kurzem zum zweiten Mal ein Kind bekommen. Wir haben schon einen dreijährigen Sohn, und nun ist auch unsere Tochter geboren.
Zum Glück verlief die Geburt ruhig. Ksenia hatte diesmal viel weniger Angst, weil sie bereits wusste, was sie erwartete. Als sie den ersten Schrei unseres kleinen Mädchens hörte, leuchtete ihr Gesicht in so hellem Glück auf, dass selbst die Hebamme ihre Freude nicht verbergen konnte: „Ach, wären doch alle Geburten so leicht!“
Man gratulierte uns zur Geburt unserer Tochter und schickte mich nach Hause, nicht ohne mir vorher eine Liste mit Dingen in die Hand zu drücken, die ich am nächsten Tag mitbringen sollte. Als ich meine Frau am Morgen besuchte, wartete jedoch eine echte Überraschung auf mich: In Ksenias Zimmer lagen plötzlich drei Babys! Als sie meinen fassungslosen Blick bemerkte, lachte sie leise und erzählte mir, was geschehen war.
Gestern war auf der Station für Risikoschwangerschaften zum ersten Mal eine sehr junge Frau aufgenommen worden. Sie hatte zwei Zwillingsmädchen etwas zu früh zur Welt gebracht, doch beide waren vollkommen gesund. Man legte sie mit meiner Frau in ein Zimmer. Ob sie zu wenig Milch hatte oder ihre Kinder einfach nicht stillen wollte, wusste niemand genau, doch Ksenia erklärte sich bereit, auch die fremden Babys zu stillen. Zum Glück reichte ihre Milch aus, und alle Kinder waren satt und ruhig.
Am nächsten Tag wurde ich Zeuge von etwas, das mich bis ins Mark erschütterte. Die Mutter der Zwillinge ging hinaus, um mit ihrer eigenen Mutter zu sprechen. Die beiden redeten lange und heftig miteinander, die junge Frau sah verzweifelt aus und weinte sogar. Dann kamen die Ärzte dazu, sogar der Leiter der Abteilung, und in der ganzen Geburtsklinik machte man sich Sorgen um das Schicksal der beiden Neugeborenen: Ihre Mutter hatte beschlossen, die Mädchen nicht zu behalten. Niemand konnte sie umstimmen. Sie packte ihre Sachen und verließ noch am Abend das Krankenhaus, ohne ihre Töchter mitzunehmen.
Der Abteilungsleiter kam uns entgegen, half uns bei allen Formalitäten, und schon bald durften wir uns ganz offiziell um die Mädchen kümmern.
So fuhren wir los in der festen Überzeugung, für unseren Sohn nur ein einziges Schwesterchen nach Hause zu holen, und kamen am Ende zu dritt zurück!
Ich habe immer von einer großen, liebevollen Familie geträumt, und heute weiß ich ganz sicher: Träume können wirklich wahr werden.