Ich heiratete einen Witwer mit zwei kleinen Töchtern – doch dann flüsterte mir eines der Mädchen zu: „Willst du sehen, wo Mama wohnt?“, und führte mich zur verschlossenen Kellertür …

Выкл. Автор ChatGpt
Ich heiratete einen Witwer mit zwei kleinen Töchtern – doch dann flüsterte mir eines der Mädchen zu: „Willst du sehen, wo Mama wohnt?“, und führte mich zur verschlossenen Kellertür …

Ich war überzeugt gewesen, die schwersten Tage meines Lebens lägen hinter mir. Ich dachte, ich würde Teil einer Familie werden, die den größten Schmerz bereits durchgestanden hatte und nun, langsam und vorsichtig, wieder nach vorn blickte. Doch eines Tages sagte die ältere Tochter meines Mannes einen Satz, der mir schlagartig klarmachte, dass in diesem Haus etwas vor mir verborgen wurde.

Als Martin und ich uns kennenlernten, erzählte er mir bereits bei unserem zweiten Treffen etwas, das viele andere vermutlich abgeschreckt hätte.

– Ich habe zwei Töchter, sagte er. – Lea ist sechs, Klara vier. Ihre Mutter ist vor drei Jahren gestorben.

Er bemühte sich um einen ruhigen Ton, aber die Anspannung in seiner Stimme war nicht zu überhören.

Ich legte meine Hand über den Tisch auf seine.

– Danke, dass du so offen zu mir bist.

Auf seinem Gesicht erschien ein müdes Lächeln.

– Manche sind nach diesem Satz gegangen, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Ich erwiderte sein Lächeln.

– Ich nicht. Ich sitze noch hier.

Und ich meinte jedes einzelne Wort ehrlich.

Es war beinahe unmöglich, die Mädchen nicht ins Herz zu schließen. Lea schien aus reiner Energie zu bestehen. Sie stellte ununterbrochen Fragen und behandelte die Welt, als sei sie verpflichtet, ihr auf alles eine Antwort zu geben. Klara war das genaue Gegenteil: still, vorsichtig und zunächst so scheu, dass sie kaum hinter dem Rücken ihres Vaters hervorkam. Doch schon nach einem Monat kletterte sie mit einem Bilderbuch auf meinen Schoß, rollte sich an mich und vertraute mir, als wäre ich seit Jahren Teil ihres Lebens.

Ich wollte nie die Stelle ihrer Mutter einnehmen. Dieser Gedanke wäre mir nicht einmal gekommen. Ich versuchte nur, da zu sein, wenn sie jemanden brauchten. Ich machte ihnen warme Käsetoasts, schaltete ihre Lieblingszeichentrickfilme ein, wachte an ihren Betten, wenn sie Fieber hatten, bewunderte ihre farbenfrohen, chaotischen Bastelwerke und ließ mich in endlose Kinderspiele hineinziehen, deren Regeln sich alle paar Minuten änderten.

Bevor wir über eine Hochzeit sprachen, waren Martin und ich ein ganzes Jahr zusammen.

Unsere Trauung war schlicht, aber wunderschön. Wir feierten an einem See, nur mit unseren engsten Freunden und Verwandten. Lea trug einen Kranz aus bunten Wiesenblumen und fragte ungefähr alle zehn Minuten, wann endlich die Torte angeschnitten würde. Klara schlief lange vor Sonnenuntergang tief und fest auf zwei zusammengeschobenen Stühlen ein. Martin wirkte wirklich glücklich, doch hinter seiner Freude lag etwas Zögerndes. Als könne er noch immer nicht ganz glauben, dass Glück bleiben durfte.

Nach der Hochzeit zog ich in sein Haus.

Es war warm, behaglich und auf eine unaufdringliche Weise schön. Die Küche war groß, eine breite Veranda zog sich um einen Teil des Hauses, in den Ecken lagen Spielsachen, und an den Wänden hingen Familienfotos aus vielen Jahren.

Doch eine Sache fiel mir sofort auf.

Eine einzelne Tür, die in den Keller führte.

Sie war immer abgeschlossen.

Schon in meiner ersten Woche bemerkte ich es.

Eines Abends fragte ich schließlich:

– Warum ist diese Tür eigentlich ständig zu?

Martin trocknete gerade das Geschirr ab. Er hob nicht einmal den Kopf.

– Da unten ist nur Abstellzeug. Alte Kartons, Werkzeug, Sachen, die wir nicht mehr benutzen. Ich will nicht, dass die Mädchen hineingehen und sich verletzen.

Das klang vernünftig.

Also ließ ich das Thema fallen.

Mit der Zeit bemerkte ich jedoch seltsame Kleinigkeiten.

Manchmal stand Lea im Flur und sah die Kellertür lange an, wenn sie glaubte, niemand beobachte sie.

Klara blieb jedes Mal für ein paar Sekunden davor stehen, sobald sie daran vorbeikam. Danach lief sie hastig weiter, als wäre nichts gewesen.

Eines Tages fand ich Lea auf dem Boden im Flur sitzend.

Sie starrte schweigend auf die Türklinke.

Ich ging zu ihr.

– Was machst du da?

Sie hob den Kopf und sah mir direkt in die Augen.

– Nichts.

Dann sprang sie plötzlich auf und rannte davon.

Es wirkte merkwürdig, aber nicht merkwürdig genug, um deswegen das ganze Haus in Aufruhr zu versetzen.

Dann kam der Tag, an dem sich alles veränderte.

Beide Mädchen hatten sich leicht erkältet. Deshalb blieb ich zu Hause, statt zur Arbeit zu fahren.

Am frühen Morgen wirkten sie noch matt und quengelig.

Nicht einmal eine Stunde später jagten sie trotz laufender Nasen wie zwei kleine Wirbelstürme durch sämtliche Zimmer.

Lea ließ sich dramatisch auf das Sofa fallen und rief:

– Ich sterbe!

Ich musste lächeln.

– Du hast nur Schnupfen.

In diesem Moment nieste Klara laut in ihre Decke und erklärte mit ernster Miene:

– Ich sterbe auch.

Ich lachte.

– Was für eine Tragödie. Kommt, ihr beiden, trinkt erst einmal etwas Saft.

Gegen Mittag spielten sie Verstecken und rannten durchs Haus, als wären nicht sie, sondern jemand ganz anderes krank.

Ich rief aus der Küche:

– Hört auf zu rennen!

Natürlich wurden sie sofort schneller.

Ich rief ihnen hinterher:

– Und springt nicht über die Möbel!

Von oben hörte ich Leas Stimme:

– Klara hat angefangen!

Klara protestierte umgehend: