Ich engagierte einen Schauspieler, der auf dem jährlichen Sommerfest meiner Schwiegermutter meinen neuen Freund spielen sollte – dort wartete mein Ex mit der Frau, für die er mich verlassen hatte, doch die Lektion meines falschen Partners ließ die ganze Familie verstummen

Выкл. Автор ChatGpt
Ich engagierte einen Schauspieler, der auf dem jährlichen Sommerfest meiner Schwiegermutter meinen neuen Freund spielen sollte – dort wartete mein Ex mit der Frau, für die er mich verlassen hatte, doch die Lektion meines falschen Partners ließ die ganze Familie verstummen

5. Juli 2026

Ich hatte einen völlig fremden Mann dafür bezahlt, einen Nachmittag lang so zu tun, als wäre er mein neuer Partner. Mein Ex hatte angekündigt, zum traditionellen Sommerfest seiner Mutter ausgerechnet jene Frau mitzubringen, für die er mich verlassen hatte. Ich rechnete mit mitleidigen Blicken, gedämpftem Tuscheln hinter meinem Rücken und vielleicht mit ein paar giftigen Bemerkungen am Pool. Niemals hätte ich jedoch erwartet, dass dieser Fremde eine winzige Gewohnheit von mir bemerken würde – und vor allen aussprechen würde, wer sie mir über Jahre beigebracht hatte.

Fast hätte ich das ganze Vorhaben abgeblasen, als Florian aus seinem Wagen stieg.

Er sah viel zu gut aus.

Das war mein allererster Gedanke.

Er wirkte nicht wie jemand, bei dem man sich augenblicklich geborgen fühlte. Er gab sich auch nicht übertrieben freundlich. Er war schlicht auf eine beinahe unverschämte Weise attraktiv.

Wirklich viel zu attraktiv.

Groß, breitschultrig, dunkles Haar, die Sonnenbrille lässig hineingeschoben und die Ärmel seines weißen Hemdes akkurat bis zu den Unterarmen hochgekrempelt. In seiner Haltung lag eine selbstverständliche Sicherheit, als müsste er niemandem beweisen, dass er überall hingehörte.

Ich stand auf der Veranda meines Reihenhauses, trug ein schlichtes blaues Sommerkleid und hielt mich so fest am Türrahmen, als könnte er mich vor dem Davonlaufen bewahren.

Das Kleid hatte seine kräftige Farbe längst verloren. Nach unzähligen Wäschen war der Stoff weich und bequem geworden, saß an der Taille allerdings enger als früher – vor drei Schwangerschaften und fünfzehn Jahren Familienessen, bei denen ich immer erst dann an die Reihe kam, wenn alle anderen satt waren.

Bevor ich mich dafür entschieden hatte, hatte ich sechs andere Sachen anprobiert.

Am Ende war ich doch wieder bei diesem alten blauen Kleid gelandet.

Als Florian die Stufen erreichte, lächelte er.

„Katharina?“

Noch ehe ich überlegen konnte, was ich sagen wollte, rutschte mir der Satz heraus.

„Entschuldigen Sie … ich sehe nicht mehr so aus wie auf den Fotos.“

Er hielt einen Augenblick inne.

Nicht lange genug, um unhöflich zu wirken.

Aber lange genug, damit ich selbst hörte, wie verzweifelt meine Worte klangen.

Dann erschien ein kaum sichtbares Lächeln in seinem Gesicht.

„Sie haben sich entschuldigt, bevor Sie sich überhaupt vorgestellt haben.“

Der Satz traf mich härter, als er vermutlich ahnte.

„Es tut mir leid. Wirklich. Ich sehe heute eben nicht mehr aus wie auf diesen Bildern.“

Ich lachte, weil ich nicht wusste, wohin sonst mit meiner Verlegenheit.

„Entschuldigung. Guten Tag. Ich bin Katharina.“

Bei meiner zweiten Entschuldigung veränderte sich sein Blick ein wenig.

Ohne etwas dazu zu sagen, streckte er mir die Hand hin.

„Florian.“

In diesem Moment drang die Stimme meiner jüngsten Tochter aus dem Haus.

„Jemand hat meine Schwimmbrille genommen!“

Einer der Zwillinge brüllte sofort zurück:

„Die Schwimmbrille gehört uns allen!“

Gleichzeitig rutschte ein Badetuch über die Treppe und blieb unten liegen wie eine weiße Fahne nach einer verlorenen Schlacht.

Florian hielt mir die Hand noch immer entgegen.

„Entschuldigen Sie“, murmelte ich und trat zur Seite. „Die drei freuen sich einfach wahnsinnig auf das Fest.“

Er sah über meine Schulter in das Haus, aus dem Gelächter, Streit und polternde Schritte kamen.

„Das klingt genau nach Kindern, die einen Nachmittag am Pool kaum erwarten können.“

Ich griff rasch nach der Kühltasche, damit er nicht bemerkte, wie meine Hände zu zittern begannen.

Die Wahrheit war viel einfacher, als irgendjemand vermutet hätte.

Ich hatte Florian nicht engagiert, um mich an meinem Ex zu rächen.

Ich hatte ihn engagiert, weil Thomas dort sein würde.

Und an seiner Seite würde Sabrina stehen.

Nur deshalb brauchte ich für ein paar Stunden einen anderen Mann neben mir.

Drei Monate zuvor hatte Thomas in unserer Küche gestanden. Die Spülmaschine summte leise, auf der Arbeitsplatte lag der Rechtschreibtest unserer jüngsten Tochter, und alles sah nach einem vollkommen gewöhnlichen Abend aus.

Dann sprach er den Satz aus, der mein Leben auseinanderbrach.

„Ich will die Scheidung.“

Zuerst glaubte ich, mich verhört zu haben.

Doch wenige Sekunden später fügte er etwas hinzu, das noch tiefer schnitt.

„Ich bin jetzt mit Sabrina zusammen.“

Sabrina war seine Assistentin im Büro.

Zehn Jahre jünger als ich.

Immer makellos frisiert, elegant gekleidet und so selbstsicher, wie ich mich seit dem Tag nicht mehr gefühlt hatte, an dem unser erstes Baby meine Lieblingsbluse vollgespuckt hatte.

Thomas beobachtete schweigend, wie Schock, Schmerz und Demütigung über mein Gesicht liefen.

Dann glitt sein Blick langsam über meinen Körper.

„Du musst eines verstehen, Katharina. Du bist nicht mehr die Frau, die ich damals geheiratet habe. Früher warst du schlank. Heute finde ich dich einfach nicht mehr attraktiv genug.“

Er sagte es in demselben nüchternen Ton, in dem man eine Stromrechnung oder die Kosten einer Autoreparatur erklärt.

Nachdem er ausgezogen war, nahm er Sabrina überallhin mit.