„Ich habe mir absichtlich eine 47-jährige Frau gesucht, weil ich glaubte, mir keine Gedanken über Verhütung machen zu müssen – und jetzt ist sie schwanger! Soll ich dafür wirklich mein ganzes Leben zerstören?“
Solche Geschichten machen sichtbar, wie gefährlich die Vorstellung ist, Beziehungen ließen sich in bequeme Bereiche aufteilen.
Die eine Frau ist für die Familie da.
Die andere für das Vergnügen.
Und der Mann glaubt, die Vorteile beider Welten genießen zu können, ohne jemals mit den Konsequenzen konfrontiert zu werden.
In der Wirklichkeit funktioniert diese Trennung nur bis zur ersten ernsthaften Krise.
Denn beide Frauen sind Menschen.
Sie haben Gefühle, gesundheitliche Risiken, eigene Entscheidungen und ein eigenes Leben.
Weder das Alter noch der Familienstand oder frühere Absprachen machen aus einer Beziehung ein mathematisches System, dessen Ausgang sich lückenlos berechnen lässt.
In dieser Geschichte prallen zwei Haltungen besonders deutlich aufeinander.
Markus’ Frau sprach ständig über Gesundheit, Risiken und Verhütung.
Er empfand diese Gespräche als übertriebene Vorsicht und als Einschränkung seines persönlichen Komforts.
Also suchte er nach einer Möglichkeit, die Regeln zu umgehen.
Er war überzeugt, eine ältere Partnerin könne ihm das Gewünschte geben und gleichzeitig alle unangenehmen Folgen ausschließen.

Doch der menschliche Körper richtet sich nicht nach solchen Alltagsannahmen.
Eine geringere Wahrscheinlichkeit bedeutet nicht, dass etwas vollkommen ausgeschlossen ist.
Und solange Menschen das Alter ihres Partners für einen zuverlässigen Ersatz für Verhütung halten, werden sich solche Situationen wiederholen.
Das abschließende Fazit
Markus ist nicht das Opfer einer völlig unvorhersehbaren Schwangerschaft geworden.
Er muss sich den Folgen seiner eigenen Entscheidung stellen.
Er wollte eine Beziehung ohne Verantwortung und war überzeugt, das Alter seiner Geliebten werde ihn automatisch vor Schwierigkeiten bewahren.
Doch Verantwortung hängt nicht davon ab, wie alt eine Frau ist.

Und sie verschwindet nicht dadurch, dass man sich immer wieder einredet: „Es wird schon nichts passieren.“
Nun steht Markus tatsächlich vor einer schweren Entscheidung.
Zum ersten Mal wird er nicht darüber nachdenken können, wie er seinen eigenen Komfort bewahrt. Er muss sich damit auseinandersetzen, dass seine Handlungen bereits seine Frau, seine drei Töchter, die andere Frau und möglicherweise noch ein weiteres Kind betreffen.
Jetzt wird sich zeigen, ob er endlich aufhören kann, sich als Opfer der Umstände zu betrachten, und stattdessen eine einfache Wahrheit anerkennt:
Er ist nicht dem Schicksal zum Opfer gefallen und auch nicht von jemand anderem hereingelegt worden.
Er hatte lediglich geglaubt, den Konsequenzen seiner Entscheidungen überlegen zu sein.
Doch die ganze Zeit waren sie bereits hinter ihm her.