Nach einer Nacht bei seiner Geliebten kam er lächelnd nach Hause – doch seine schwangere Frau wartete bereits mit Beweisen und einem Abschied, der sein gesamtes Imperium zum Einsturz bringen sollte

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Nach einer Nacht bei seiner Geliebten kam er lächelnd nach Hause – doch seine schwangere Frau wartete bereits mit Beweisen und einem Abschied, der sein gesamtes Imperium zum Einsturz bringen sollte

Jetzt begriff sie es.

Alles war eine Illusion gewesen.

Ihr Telefon vibrierte.

Markus.

Sie betrachtete seinen Namen auf dem Display.

Dann erschien ein zweiter Anruf.

Vanessa.

Wenig später wieder Markus.

Katharina nahm keinen davon an.

Johannes trat langsam näher.

„Sie müssen nicht rangehen.“

„Ich weiß.“

„Aber ein Teil von Ihnen möchte es.“

Ein trauriges Lächeln huschte über ihr Gesicht.

„Irgendwo tief in mir wünsche ich mir noch immer, dass er den einen Satz sagt, der alles wenigstens ein wenig leichter machen würde.“

„Welchen Satz?“

„Dass es ihm aufrichtig leidtut.“

Johannes blickte einen Moment zur Startbahn.

„Menschen wie Markus bereuen selten, was sie getan haben. Sie bereuen erst, dass es Konsequenzen gibt.“

Katharina schluckte.

Das Telefon vibrierte erneut.

Diesmal war es nicht Markus.

Eva Hartmann hatte geschrieben.

Markus wurde informiert. Die außerordentliche Vorstandssitzung findet morgen statt. Ihr rechtlicher Schutz ist gesichert. Reagieren Sie nur, wenn Sie es selbst möchten.

Reagieren Sie nicht.

Katharina hätte beinahe bitter gelacht.

Jahrelang hatte ihre Ehe aus nichts anderem als Anpassung bestanden.

Sie hatte sich Markus’ Launen angepasst.

Seinem Verschwinden.

Seinen Lügen.

Seinen Ausreden.

Bei Empfängen hatte sie seine Beleidigungen überspielt.

Sie hatte gelächelt, obwohl sie einsam gewesen war.

Sie hatte kleine Grausamkeiten verziehen, bis sie so selbstverständlich geworden waren wie die Möbel in ihrer Wohnung.

Jetzt gehörte die Stille endlich ihr.

„Frau Winter?“

Die Flugbegleiterin sprach leise und respektvoll.

„Wir können starten, sobald Sie bereit sind.“

Katharina nickte.

Doch noch bevor sie den ersten Schritt zur Treppe machte, durchschnitten grelle Scheinwerfer die Dunkelheit.

Ein schwarzer Geländewagen raste durch die Zufahrt des Privatbereichs und kam wenige Meter vom Hangar entfernt abrupt zum Stehen.

Johannes spannte den Kiefer an.

Katharina wusste bereits, wer gekommen war, bevor sich die Türen öffneten.

Markus stieg als Erster aus.

Sein Mantel stand offen, der Wind hatte sein Haar zerzaust, und sein Gesicht war vor Zorn kreidebleich.

Hinter ihm erschien Vanessa.

Trotz der eisigen Luft war sie makellos gekleidet. Sie trug einen eleganten cremefarbenen Mantel und hohe Absätze, die für ein Flughafenvorfeld vollkommen ungeeignet waren. Doch auch ihr perfektes Äußeres konnte die Panik in ihrem Gesicht nicht verbergen.

„Katharina!“, rief Markus.

Als sie ihren Namen aus seinem Mund hörte, zog sich ihr Magen zusammen.

Johannes trat vor, doch Katharina hob die Hand.

„Nein“, sagte sie ruhig. „Das erledige ich selbst.“

Markus kam schnell auf sie zu. In seiner Hand hielt er ein zusammengefaltetes Bündel Papiere.

„Was zum Teufel glaubst du, was du hier tust?“

Katharina rührte sich nicht.

„Ich gehe.“

„Du gehst?“ Er lachte höhnisch, doch der Wind riss den Laut auseinander. „Du hast nicht das Recht, unser Leben zu zerstören und dann einfach davonzufliegen.“

„Unser Leben?“ Katharinas Stimme war kühl. „Meinst du das Leben, das du längst verlassen hattest? Oder das, das du für Vanessa finanziert hast?“

Bei der Erwähnung ihres Namens zuckte Vanessa sichtbar zusammen.

Markus deutete wütend auf das Flugzeug.

„Hältst du dich plötzlich für wichtig, weil du dich hinter Johannes Falk versteckst? Weil du dich von einem anderen Mann wegbringen lässt?“

Katharinas Blick wurde eisig.

„Kein Mann bringt mich irgendwohin.“

„Warum steht dann sein Flugzeug hier?“

„Weil er mir im Gegensatz zu dir Hilfe angeboten hat, ohne dafür meine Freiheit zu verlangen.“

Markus verzog den Mund zu einem zynischen Lächeln.

„Du warst schon immer viel zu naiv.“

Plötzlich trat Vanessa einen Schritt vor.

„Katharina, bitte hör mir zu. Was immer du zu wissen glaubst, wir können das diskret regeln.“

Katharina wandte sich langsam zu ihr.

Monatelang hatte Vanessa in ihrer Vorstellung wie ein makelloser Schatten existiert: rote Lippen, teures Parfum, ein selbstsicheres Lächeln.

Unter den grellen Lichtern des Flughafens sah sie nun anders aus.

Nicht unschuldig.

Nicht reumütig.

Nur verängstigt.

„Diskret?“, wiederholte Katharina.

Vanessas Stimme wurde beinahe flehend.

„Du willst keinen solchen Skandal. Du bist schwanger. Denk an dein Kind. Dieser Stress ist nicht gut für das Baby.“

In Katharinas Gesicht veränderte sich etwas.

„Wage es nicht, mein Kind als Schutzschild vor den Folgen deiner Entscheidungen zu benutzen.“

Vanessa errötete.

„Ich habe Markus zu nichts gezwungen.“

„Nein“, erwiderte Katharina leise. „Du hast nur ohne Gewissensbisse all das genossen, was er gestohlen hat.“

Markus stellte sich zwischen die beiden Frauen.

„Genug.“

Katharina sah ihm direkt in die Augen.

„Zum ersten Mal sind wir derselben Meinung.“

Sie öffnete ihre Handtasche und zog einen zweiten Umschlag heraus.

Markus’ Blick blieb daran hängen.

„Was ist das?“

„Die Scheidungsunterlagen. Die offizielle Fassung. Dein Anwalt wird sie auf dem vorgesehenen Weg erhalten. Aber ich wollte, dass du sie zuerst aus meiner Hand siehst.“

Markus starrte sie an, als spräche sie plötzlich eine Sprache, die er nicht verstand.