SIE WURDE GEZWUNGEN, DEN „SCHWEINE-MILLIARDÄR“ ZU HEIRATEN, UM DIE SCHULDEN IHRER FAMILIE ZU BEZAHLEN – DOCH ALS ER IN DER NACHT SEINE „HAUT“ ABLEGTE, STAND PLÖTZLICH EIN MANN VOR IHR, VON DEM ANDERE FRAUEN NUR TRÄUMTEN

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SIE WURDE GEZWUNGEN, DEN „SCHWEINE-MILLIARDÄR“ ZU HEIRATEN, UM DIE SCHULDEN IHRER FAMILIE ZU BEZAHLEN – DOCH ALS ER IN DER NACHT SEINE „HAUT“ ABLEGTE, STAND PLÖTZLICH EIN MANN VOR IHR, VON DEM ANDERE FRAUEN NUR TRÄUMTEN

— Ich trug diesen Anzug nicht, um eine Frau zu finden, die zu meinem Gesicht passt.

Er wandte sich Johanna zu.

Dann nahm er ihre Hand und küsste sie vor allen Anwesenden.

— Ich trug ihn, um endlich eine Frau zu finden, der mein Gesicht vollkommen gleichgültig ist.

Johannas Augen füllten sich mit Tränen.

Maximilian sah wieder zu Franziska.

— Meine Frau ist die einzige Person in diesem Saal, von der ich mit Sicherheit weiß, dass ihre Schönheit von innen kommt.

Sein Blick wanderte kurz über die anderen Gäste.

— Die meisten von euch tragen ebenfalls Silikon.

Er lächelte kühl.

— Nur auf eine andere Art.

RISSE IM SPIEGEL

Doch die schlimmsten Probleme kommen nicht immer von Feinden.

Manchmal entstehen sie im eigenen Spiegelbild.

Die Wochen vergingen.

Johanna wurde immer stiller.

An Maximilians Seite fühlte sie sich zunehmend wie ein schönes Schmuckstück.

Als er noch „Max“ in seiner schweren künstlichen Gestalt gewesen war, hatte sie eine Aufgabe gehabt.

Sie war seine Stütze gewesen.

Seine Hände.

Seine Hilfe.

Der Mensch, ohne den er angeblich kaum durch den Alltag gekommen wäre.

Jetzt brauchte Maximilian niemanden, der ihm Wasser brachte.

Niemanden, der ihn stützte.

Niemanden, der seinen Rücken trocknete oder ihm beim Aufstehen half.

Er konnte alles selbst.

Mehr noch: Sobald er einen Raum betrat, richteten sich die Blicke auf ihn.

Maximilian war zur Sonne geworden.

Und Johanna fühlte sich daneben wie ein Mond, der lediglich sein Licht zurückwarf.

Eines Abends fand sie ihn in seinem privaten Trainingsraum.

Er hob schwere Gewichte mit einer solchen Verbissenheit, dass es aussah, als wolle er sich selbst bestrafen.

Johanna blieb in der Tür stehen.

— Warum machst du das immer noch?

Maximilian reagierte zunächst nicht.

Sie trat näher.

— Der Anzug ist weg.

Er hob erneut das Gewicht.

— Du hast erreicht, was du erreichen wolltest.

Mit einem dumpfen Krachen ließ Maximilian die Gewichte auf den Boden fallen.

Er drehte sich zu ihr.

Schweiß lief über seine Brust.

Sein Gesicht war dunkel vor Anspannung.

— Weil ich ihn noch immer spüre, Johanna.

Sie runzelte die Stirn.

— Wen?

— Ihn.

Maximilian deutete auf seinen eigenen Körper.

— Den Mann im Anzug.

Er atmete schwer.

— Ich spüre noch immer dieses Gewicht auf mir.

Johanna sagte nichts.

— Ich höre noch immer das Lachen von Menschen wie Franziska.

Seine Stimme wurde rau.

— Drei Jahre lang habe ich das „Schwein“ gespielt, weil ich herausfinden wollte, wer trotzdem bei mir bleiben würde.

Er schüttelte den Kopf.

— Aber irgendwann wurde aus der Rolle etwas anderes.

Johanna sah die Angst in seinen Augen.

— Ich fürchte, ich bin selbst zu diesem Mann geworden. Nicht äußerlich. Aber hier drin.

Er legte eine Hand auf seine Brust.

— Und manchmal habe ich Angst, dass die Maske wieder zu meiner Wirklichkeit wird, sobald ich aufhöre, gegen sie anzukämpfen.

Jetzt verstand Johanna.

Maximilians Verkleidung war nie nur eine Prüfung für andere Menschen gewesen.

Sie war auch sein Gefängnis geworden.

Sein makelloser Körper, sein Training und sein verzweifelter Drang nach Kontrolle waren nicht einfach Ausdruck von Eitelkeit.

Er fürchtete nichts so sehr wie eine erneute Zurückweisung.

Johanna trat dicht vor ihn.

— Du trägst den Anzug immer noch, Maximilian.

Er sah sie verwirrt an.

Sie legte ihre Hand auf sein schnell schlagendes Herz.

— Diese Muskeln.

Sie berührte seine Brust.

— Dieses Gesicht.

Dann sah sie ihm in die Augen.

— Das ist nur eine andere Maske, mit der du dich vor Schmerz schützt.

Maximilian bewegte sich nicht.

Johannas Stimme wurde ganz weich.

— Für mich musst du weder Milliardär noch Monster noch irgendein vollkommener Mann sein.

Ihre Augen wurden feucht.

— Ich mochte den Menschen, der mich brauchte.

DIE LETZTE PRÜFUNG

Der schwerste Kampf ihrer gemeinsamen Geschichte begann, als Maximilians Unternehmen Ziel einer feindlichen Übernahme wurde.

Hinter dem Angriff standen Franziskas Familie und eine Gruppe unzufriedener Investoren.

Sie fühlten sich von Maximilians jahrelanger Täuschung hintergangen.

Schließlich gingen sie vor Gericht.

Ihre Anwälte behaupteten, ein Mann, der jahrelang freiwillig eine derart extreme falsche Identität gelebt habe, sei psychisch nicht in der Lage, einen riesigen Konzern zu führen.

Aus dem Verfahren wurde ein öffentliches Schauspiel.

Die Gegenseite ließ Psychiater auftreten.

Sie erklärten, allein die Tatsache, dass Maximilian jahrelang einen schweren Körperanzug, Gesichtsprothesen und einen Rollstuhl benutzt hatte, deute auf tiefe innere Probleme hin.

Medien berichteten täglich darüber.

Dann wurde Johanna als Zeugin aufgerufen.

Sie nahm auf dem Zeugenstuhl Platz.

Der Anwalt der Gegenseite ging langsam einige Schritte vor ihr auf und ab.

— Sie nennen das also eine Prüfung? — fragte er mit spöttischem Unterton.

Johanna antwortete nicht sofort.

Der Anwalt blieb stehen.

— Sagen Sie mir, Frau von Falkenberg: Hat Ihr Mann Sie nicht in eine Ehe gelockt, ohne Ihnen seine wahre Identität zu zeigen?

Johanna sah zu Maximilian.

Er saß am Tisch seiner Anwälte.