Weil es mir plötzlich schlecht ging, nahm ich mir frei und legte mich zu Hause ins Bett – doch als sich leise ein Schlüssel im Schloss drehte und mein Mann hereinkam, entdeckte ich ein Geheimnis, mit dem ich niemals gerechnet hätte

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Weil es mir plötzlich schlecht ging, nahm ich mir frei und legte mich zu Hause ins Bett – doch als sich leise ein Schlüssel im Schloss drehte und mein Mann hereinkam, entdeckte ich ein Geheimnis, mit dem ich niemals gerechnet hätte

Michael nahm sie behutsam in die Arme, fast so vorsichtig, als könnte selbst eine feste Umarmung ihr wehtun.

— Morgen gehen wir als Erstes zum Arzt, — sagte er bestimmt. — Und ich will nichts mehr von dringenden Berichten hören. Dich gibt es für mich nur einmal.

Sabine legte die Schlüssel vorsichtig an den Rand des Tisches.

— Ich rufe euch morgen an, ja? Jetzt braucht ihr Ruhe. Werd schnell wieder gesund, Kathi.

Nachdem ihre Freundin gegangen war, führte Michael seine Frau zum Sofa, wickelte sie in eine weiche Decke und machte ihr Tee mit Honig.

— Bist du mir wegen dieser ganzen Inszenierung sehr böse? — fragte er und setzte sich neben sie.

— Ein bisschen schon, — antwortete Katharina lächelnd und lehnte den Kopf an seine Schulter. — Aber wirklich nur ein bisschen. Dafür bekomme ich jetzt zwei Wochen Urlaub, gegen die ich mich garantiert nicht wehren werde.

Draußen rauschte der Regen weiter, doch Katharina hatte das Gefühl, als sei es in der Wohnung plötzlich heller und wärmer geworden. Sie schloss die Augen und erlaubte sich zum ersten Mal seit langer Zeit, einfach ruhig zu atmen, ohne an Zahlen, Tabellen, Berichte und endlose Fristen zu denken. Neben ihr saß ein Mensch, der sie so sehr liebte, dass er heimlich eine ganze Reise plante und dabei jederzeit Gefahr lief, ertappt zu werden.

Am nächsten Morgen wachte Katharina nicht vom schrillen Weckton auf, sondern vom warmen Duft frisch gebackener Pfannkuchen. Michael stand am Herd, summte leise eine alte Melodie vor sich hin und lächelte.

— Denk gar nicht daran aufzustehen, — sagte er, als er bemerkte, dass sie die Augen geöffnet hatte. — Ich bringe dir das Frühstück ans Bett. Und noch etwas: In einer Woche fahren wir schon los. Ich habe deinen Chef angerufen und alles mit ihm geklärt.

Katharina lachte, musste gleich darauf husten und spürte doch zum ersten Mal seit Tagen, dass die Schwäche langsam nachließ. Jetzt zweifelte sie nicht mehr daran, dass dieser Geburtstag der schönste ihres Lebens werden würde.

Denn die Reise war viel mehr als ein Geschenk. Sie erinnerte Katharina daran, dass sie nicht nur die gewissenhafte Buchhalterin war, die ständig fremde Probleme lösen, Zahlen prüfen und Termine einhalten musste. Sie war auch eine geliebte Frau, die jemand schätzte, auf die jemand wartete und für die ein Mensch bereit war, etwas völlig Unerwartetes, Heimliches und ein wenig Verrücktes zu tun.