Fremde Regeln in einem goldenen Paradies: die Geschichte einer Frau, die in Dubai einem Millionär vertraute und dafür beinahe ihr ganzes Leben verlor

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Fremde Regeln in einem goldenen Paradies: die Geschichte einer Frau, die in Dubai einem Millionär vertraute und dafür beinahe ihr ganzes Leben verlor

Ich kostete und lachte:

— Sehr süß.

— Wie du, — antwortete er.

In seinen Augen blitzte Feuer.

Nach dem Essen gingen wir am Strand entlang. Die Wellen rollten träge, der Himmel wurde weich, perlmuttfarben. Er sprach von Reichtum, von Menschen, die Gold hinterherjagen und sich selbst verlieren.

— Und du? — fragte ich. — Hast du dich gefunden?

Er lächelte schief:

— Ich suche. Vielleicht bin ich heute näher dran als gestern.

Ich spürte, dass zwischen uns etwas Gefährliches entstand. Die Welt schrumpfte auf das Geräusch seiner Schritte und die Wärme seiner Hand, die zufällig meine berührte. Irgendwann blieb er stehen und sah mich an.

— Monika, weißt du, warum ich bei dir bin?

Ich schüttelte den Kopf.

— Weil du nicht bist wie die anderen. Hier gibt es viele Frauen — grell, laut, hungrig nach Aufmerksamkeit. Du bist echt. Du kannst zuhören. Du bist lebendig.

Ich lächelte, doch innen stach etwas. Zu schön. Zu glatt. Er bemerkte meinen Zweifel und kam näher.

— Hab keine Angst. Ich brauche nichts von dir außer Vertrauen.

Am Abend brachte er mich zurück und gab mir zum Abschied ein kleines Säckchen.

— Das ist ein Amulett, — sagte er. — Gegen den bösen Blick. Damit du Glück hast.

Darin lag ein hellgrüner, durchscheinender Stein.

— Danke, — flüsterte ich.

— Trag ihn, — fügte er hinzu. — Er soll dich an mich erinnern.

Als ich in mein Zimmer kam, zitterten meine Hände. Ich legte das Amulett auf den Nachttisch und sah es lange an. Einerseits Freude, als hätte mir das Schicksal eine zweite Chance geschenkt. Andererseits Unruhe, trüb wie ein Schatten unter Wasser.

Das Handy blinkte: „Gute Nacht, mein Geheimnis aus dem Norden.“

Ich lächelte, doch in mir regte sich Zweifel. Warum Geheimnis? Warum nicht einfach Frau?

Vor dem Schlafengehen legte ich mir das Amulett um den Hals. Der Stein kühlte die Haut. Er war schön, aber fremd, als stamme er aus einem Leben, das mir nicht gehörte. Draußen brummte die Stadt. Und in der Dunkelheit, unter dem Rauschen der Wellen, dachte ich zum ersten Mal: „Was weiß ich eigentlich über diesen Mann, außer sein Lächeln?“

Am nächsten Tag rief er wieder an.

— Monika, heute zeige ich dir den Himmel näher, als du ihn je gesehen hast.

— Du bist ein geheimnisvoller Mann, Karim.

— Nein. Ich liebe es nur, wenn Frauen lächeln.

Er kam in einem weißen Geländewagen. Ich hatte gerade noch Zeit, ein leichtes Kleid anzuziehen und das Amulett darunter zu verstecken. Unterwegs erzählte er von Bergen, alten Wüstenlegenden, Steinen, die Erinnerungen bewahren. Seine Stimme wiegte mich ein, die Zeit löste sich auf.

Nach einer Stunde verließen wir die Stadt. Die Straße ging in Sand über, der Horizont schmolz vor Hitze. Es war, als bebe die Erde unter dem Atem der Sonne.

— Das hier ist ein anderes Dubai, — sagte Karim. — Ohne Glas und Glanz. Hier ist alles echt.

Er führte mich über einen schmalen Pfad zwischen Dünen. Der Wind zerrte am Kleid, Haare klebten mir im Gesicht, Sand knirschte unter den Füßen. In der Ferne standen Beduinenzelte. Vor einem von ihnen stand ein Mann in langer Kleidung. Er hob grüßend die Hand.

— Das ist mein Cousin, — sagte Karim. — Wir trinken Tee, dann bringe ich dich zurück.

Wir saßen im Schatten und tranken süßen Minztee. Der Mann schwieg fast die ganze Zeit, fragte nur manchmal etwas auf Arabisch. Ich verstand nichts, aber ich spürte Blicke auf mir — respektvoll, doch wachsam. In meiner Brust wuchs ein merkwürdiges Gefühl: als wäre ich nicht auf einer Verabredung, sondern in eine fremde Geschichte geraten.

Als die Sonne zum Horizont sank, schlug Karim vor, noch zu bleiben.

— Der Sonnenuntergang hier ist besonders. Ein Augenblick — und die Welt wird neu geboren.

Wir standen auf dem Kamm einer Düne. Der Wind schlug mir ins Gesicht, der Sand funkelte golden. Er trat näher, legte den Arm um meine Schultern, und ich wich nicht zurück. In mir zog sich alles zusammen und schmolz zugleich.

— Monika, — flüsterte er, — verstehst du, was ich fühle?

Ich schwieg.

— Ich glaube, ich habe gefunden, wonach ich gesucht habe.

Er küsste mich. Zärtlich, vorsichtig, als fürchte er, mich zu erschrecken. Seine Lippen rochen nach Minze und Sonne. Mein Herz hämmerte, als rannte es über den Sand. Doch tief in mir bewegte sich trotzdem Angst. Zu schön. Zu vollkommen. Die Welt ist nicht so.

Auf dem Rückweg schwieg er. Er sah auf die Straße und hielt das Lenkrad fest. Ich fragte:

— Ist alles in Ordnung?

— Ja. Ich denke nach. Ich habe große Dinge vor. Ein Projekt. Vielleicht könntest du mir helfen.

Ich wurde aufmerksam.

— Wie?

Er lächelte schmal:

— Später. Jetzt ist nicht die Zeit, über Geld zu reden.

Das Wort „Geld“ glitt mir kalt den Rücken hinab. Aber er lächelte, berührte meine Hand, und die Unruhe löste sich wieder auf.

Am Hotel öffnete Karim mir die Tür, als wäre nichts Besonderes geschehen.

— Vertraust du mir, Monika? — fragte er leise.

— Ich glaube schon.

— Dann fürchte dich nicht. Manchmal verlangt das Schicksal einen Schritt ins Dunkle.

Dieser Satz traf mich wie ein Stich.