Nach jedem Arbeitstag entdeckte ich seltsame schmutzige Spuren in der Unterwäsche meiner Frau. Überzeugt davon, dass sie mich betrügt, versteckte ich heimlich eine Kamera in ihrem Büro – doch als ich sah, was dort wirklich geschah, blieb mir vor Scham und Entsetzen die Sprache weg…

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Nach jedem Arbeitstag entdeckte ich seltsame schmutzige Spuren in der Unterwäsche meiner Frau. Überzeugt davon, dass sie mich betrügt, versteckte ich heimlich eine Kamera in ihrem Büro – doch als ich sah, was dort wirklich geschah, blieb mir vor Scham und Entsetzen die Sprache weg…

Eines Tages kam Markus wegen technischer Unterlagen ins Büro.

„Na, Markus“, sagte Tobias beiläufig, ohne den Blick vom Bildschirm zu heben. „Immer noch Bretter sägen? Tja, jeder hat eben sein Spezialgebiet.“

Katharina saß nur wenige Meter entfernt. Sie sagte nichts und hob nicht einmal den Kopf. Doch Markus bemerkte, dass ihre Finger für einen kurzen Augenblick über der Tastatur verharrten.

Vielleicht war es nichts.

Vielleicht bildete er sich längst Dinge ein, die gar nicht existierten.

Aber Eifersucht besitzt die unangenehme Fähigkeit, aus jeder Kleinigkeit eine Geschichte zu bauen. Markus stellte sich vor, was während der Mittagspause in diesem Büro geschehen könnte. Immer wieder quälten ihn dieselben Fragen. Wozu zwei Slips an einem einzigen Tag? Wechselte Katharina sich vor einem Treffen mit Tobias um? Oder danach? Vor seinem inneren Auge tauchte ständig dieser selbstsichere Mann auf, der sich im Büro bewegte, als gehöre ihm nicht nur der Raum, sondern alles darin.

Markus wurde stiller. Früher hatte er seiner Frau beim Abendessen von der Werkhalle erzählt, von neuen Maschinen, schwierigen Aufträgen oder davon, wie schön die Beize auf den Türen eines gerade fertiggestellten Schranks geworden war. Jetzt sagte er kaum noch etwas. Katharina musste seine Veränderung bemerkt haben. Sie wirkte zunehmend nervös, blieb häufiger länger im Büro und erklärte, Berichte fertigstellen zu müssen. Wenn Markus unvermittelt neben ihr auftauchte, drehte sie ihr Smartphone manchmal mit dem Display nach unten.

Für ihn war jede dieser Kleinigkeiten ein weiterer Stein in einem Gebäude, das in Wahrheit vielleicht nur in seinem Kopf existierte.

Am Freitag fiel schließlich die Entscheidung.

Das Möbelwerk hatte kurzfristig einen großen Auftrag erhalten: Eine Hotelkette benötigte innerhalb weniger Wochen eine umfangreiche neue Einrichtung. Die Geschäftsleitung bat mehrere Mitarbeiter, am Wochenende zusätzliche Schichten zu übernehmen. Markus meldete sich sofort.

„Das zusätzliche Geld können wir gut gebrauchen“, meinte Katharina, während sie den Blick auf ihren Teller richtete. „Wir wollten doch schon lange einige Geräte in der Küche ersetzen.“

Ihre Stimme klang so alltäglich und ruhig, dass Markus sich plötzlich schämte. Für einen Moment erschien ihm sein Verdacht lächerlich. Katharina saß vor ihm, seine Frau, mit der er zehn Jahre seines Lebens geteilt hatte. Wie konnte er überhaupt so von ihr denken?

Dann sah er in Gedanken wieder den Wäschekorb.

Zwei Slips.

Jeden Tag.

Am Samstagmorgen war Markus pünktlich um acht in der Werkhalle. Gegen vier Uhr nachmittags war seine Schicht beendet. Er wartete, bis die meisten Kollegen das Gelände verlassen hatten. Der Pförtner, den alle nur Willi nannten, kannte Markus seit Jahren und schöpfte keinen Verdacht, als dieser sagte, er habe seine Schlüssel in der Werkstatt liegen lassen.

Doch Markus ging nicht zurück zur Werkstatt.

Er steuerte direkt auf das Verwaltungsgebäude zu.

In der Tasche seiner Arbeitsjacke befand sich ein kleines Gerät, das er wenige Tage zuvor im Internet bestellt hatte. Es sah auf den ersten Blick aus wie ein gewöhnlicher USB-Ladeadapter. Tatsächlich verbarg sich darin eine winzige Kamera.

Im Flur des Vertriebs war es vollkommen still. Markus öffnete die Bürotür mit einem Ersatzschlüssel. Ausgerechnet die Schließmechanismen für einen Teil der Büromöbel wurden in ihrer eigenen Firma hergestellt, und er kannte sie besser als fast jeder andere Mitarbeiter.

Katharinas Schreibtisch war so ordentlich wie immer. Neben dem Monitor stand ein Foto, das vor fünf Jahren während eines Urlaubs auf Sylt aufgenommen worden war. Darauf standen sie nebeneinander, der Wind zerzauste ihre Haare, und beide lachten in die Kamera. Markus betrachtete das Bild einige Sekunden lang.

Ein schmerzhafter Kloß bildete sich in seiner Kehle.

„Verzeih mir, Kathi“, flüsterte er. „Aber ich muss es wissen.“

Er entschied sich für eine Steckdose in der Nähe des Schranks, in dem Unterlagen aufbewahrt wurden. Von dort aus waren die Schreibtische und das kleine Sofa im Wartebereich gut zu sehen. Über die App überprüfte Markus das Bild. Die Aufnahme war klar, keine Kontrollleuchte blinkte, und das Gerät wirkte tatsächlich wie ein Ladeadapter, den jemand vergessen hatte.

Als er die Firma verließ, war es bereits dunkel.

Markus fühlte sich schmutzig.

Nicht körperlich. Innerlich.

Und trotzdem war das Misstrauen, das ihn seit Wochen auffraß, plötzlich ein wenig leiser geworden. Als würde es nun ebenfalls warten.

Auf Montag.

Der Montagmorgen zog sich endlos. In der Werkhalle war ein Fräser stumpf geworden, der Schichtleiter fluchte ununterbrochen, und Markus sah gefühlt alle fünf Minuten auf sein Telefon. Er wartete darauf, dass die Mitarbeiter des Vertriebs ins Büro kamen.

Kurz nach neun erschien endlich das Livebild.

Zuerst betrat Katharina den Raum. Sie zog ihren Mantel aus, ging kurz zum Spiegel und strich ihren Rock glatt. Markus spürte, wie sein Herz schneller schlug. Sie sah so vertraut aus. So selbstverständlich. Seine Frau.