Fremde Regeln in einem goldenen Paradies: die Geschichte einer Frau, die in Dubai einem Millionär vertraute und dafür beinahe ihr ganzes Leben verlor

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Fremde Regeln in einem goldenen Paradies: die Geschichte einer Frau, die in Dubai einem Millionär vertraute und dafür beinahe ihr ganzes Leben verlor

Ich nickte. Meine Stimme gehorchte mir nicht.

Im Aufzug betrachtete ich mein Spiegelbild. Die Augen glänzten, die Wangen glühten. Ich verstand: Ich hatte eine unsichtbare Grenze überschritten und würde nicht mehr zurückkehren.

In dieser Nacht schlief ich lange nicht. Vom Balkon kamen Straßenlärm, Gewürzduft, das Dröhnen der großen Stadt. In meiner Brust wohnte leichte Angst, darunter eine fast kindliche Freude: „Ich lebe. Ich fühle wieder.“ Und irgendwo tief in mir flüsterte es: „Vorsicht, Monika. Zu schön, um wahr zu sein.“

Am Abend, als die Sonne hinter den Türmen verschwunden war, schickte Karim eine Nachricht: „Sei um neun bereit. Die Nacht liebt Überraschungen.“

Ich las sie mehrmals. Mein Herz klopfte. Das Wort „Nacht“ war plötzlich keine Tageszeit mehr, sondern ein Versprechen.

Ich wählte lange ein Kleid. Das weiße erschien mir zu schlicht, das rote zu kühn. Am Ende zog ich ein türkisfarbenes an, leicht, fließend. Ich ließ die Haare offen und trug die Bernstein-Ohrringe. Als ich aus dem Hotel trat, wartete Karim bereits bei einem Wagen in der Farbe von Mondschein auf Sand. Er verbeugte sich leicht:

— Heute sind Sie schöner als die Stadt.

Ich lachte:

— Übertreiben Sie nicht.

— Ich übertreibe nie, — antwortete er ruhig.

Wir fuhren über die nächtliche Straße. Die Lichter der Türme spiegelten sich im Glas, die Fahrbahn glänzte wie ein Spiegel. In der Luft lag Festlichkeit: Musik, Lachen, der Geruch von Gewürzen und Benzin. Dubai bei Nacht wirkte wie ein lebendiges Wesen — leuchtend, berauschend, atmend.

Karim brachte mich zum alten Hafen. Das Wasser war dunkel wie Öl, und die Lichter spiegelten sich darin, als wären Sterne ins Meer gefallen. Am Kai schaukelten Yachten, Chrom glänzte, Laternen gaben weiches Licht, Wellen flüsterten am Rand. Er kaufte zwei Gläser alkoholfreien Wein und reichte mir eines.

— Diese Stadt ist wie eine Frau, — sagte er. — Am Tag glänzt sie, in der Nacht zeigt sie ihre Geheimnisse.

Ich lächelte:

— Und du bist ein Mann, der diese Geheimnisse sammelt?

Er lachte.

— Nein. Ich kann nur zuhören.

Wir schwiegen eine Weile. Dann fragte er:

— Erzähl mir von dir. Wer bist du wirklich?

Ich war verwirrt. Ich wollte etwas Schönes sagen, aber die Worte blieben stecken.

— Ich bin nur Monika. Ich koche Mittagessen in einer Schulkantine.

Er schüttelte den Kopf:

— Das glaube ich nicht. Für eine einfache Köchin haben deine Augen zu viel Feuer.

Ich senkte den Blick. Er stand neben mir, roch nach würzigem Parfum und Meer. In mir bebte etwas längst Vergessenes.

— Ich bin es leid, unsichtbar zu sein, — sagte ich leise.

— Jetzt bist du nicht unsichtbar, — antwortete er. — Du bist eine Frau, die gesehen wird.

Diese Worte klangen wie Musik.

Wir gingen lange spazieren und sprachen über alles und nichts: Filme, Essen, Länder, in denen ich nie gewesen war. Er lachte, und ich lachte mit ihm, so leicht wie seit Ewigkeiten nicht.

Dann fuhren wir auf eine Aussichtsplattform. Die Stadt lag unter uns als Meer aus Licht. Türme brannten, Autos zogen glänzende Fäden, alles schien endlos.

— Siehst du, — sagte Karim, — dieser Ort lehrt einen zu träumen.

Ich blickte hinunter und spürte, wie meine Finger sich zusammenzogen. Ich wollte mich an einer Hand festhalten, um nicht in diesen leuchtenden Abgrund zu stürzen. Er trat näher.

— Monika, — flüsterte er.

Ich hob die Augen. Für einen Augenblick verschwand alles: Stadt, Lärm, Höhe. Nur sein Blick blieb.

— Danke, — sagte ich.

— Wofür?

— Dafür, dass du mich daran erinnert hast, dass ich noch lebe.

Er berührte meine Hand ganz leicht, als prüfe er, ob ich echt sei. Diese Berührung reichte, damit in mir alles umkippte.

Spät in der Nacht brachte er mich zum Hotel zurück.

— Bis morgen, — sagte er. — Der Morgen bringt neue Farben.

— Bis morgen, — wiederholte ich.

Als sich die Aufzugtüren hinter ihm schlossen, stand ich vor dem Spiegel und dachte: „Das ist falsch.“ Doch eine andere Stimme flüsterte sofort: „Und wenn es deine Chance ist?“

Draußen summte die Stadt, und in diesem Geräusch hörte ich einen Ruf. Einen Ruf des Schicksals, von dem ich mich nicht mehr abwenden konnte.

Der nächste Morgen roch nach Kardamom und Meer. Ich wachte vor dem Wecker auf, als wüsste mein Körper: Heute würde sich etwas verändern. Unten rauschte die Stadt, Autos hupten, Möwen schrien, und mein Herz schlug ungeduldig.

Karim rief an, kaum dass ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte.

— Guten Morgen, Königin, — sagte er so, dass eine gewöhnliche Begrüßung zum Kompliment wurde. — Was hast du vor?

— Nur ausruhen.

— Dann bin ich heute deine Erholung. Mach dich fertig, ich bin in einer halben Stunde da.

Ich war verlegen, sagte aber zu.

Ich hörte ihm wie gebannt zu. Seine Stimme klang wie Musik. Es schien, als leuchte sogar die Sonne anders, wenn er neben mir war.

Wir fuhren in ein kleines Café am Meer. Es roch nach gebratenem Fisch, frischem Brot und Kaffee. Karim bestellte selbst, sicher und leicht.

— Probier das, — sagte er und schob mir einen Teller mit goldenem Dessert hin. — Datteln und Nüsse. Man sagt, sie bringen Glück.